RAKATAK

Als Idee aus einer Trommelgruppe heraus entstand 1994 das „Trommelfest Pankow“. Schon das 1. Fest, damals noch im Bürgerpark, lockte zahlreiche Besucher. Im Jahr darauf erschienen die Besucher noch zahlreicher.

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Poster 2016

Zum Schutz der Bürgerpark Anlage suchte das Bezirksamt einen neuen Veranstaltungsort. Mit Erfolg. Im Juli 1996  wurde das „Trommelfest Pankow“ unter dem Namen „RAKATAK“ auf dem bezirkseigenen, historischen Schützensport-Gelände Schloss Schönholz gefeiert.

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Christian u. Zakrya beim Aufbau 2016

Der Name „RAKATAK“ stammt vom gleichnamigen Instrument. Neben den inzwischen 2 Festbühnen gibt es zahlreiche Bastelstände für Jung und Alt. Mit einer großen Bar und verschiedenen Köstlichkeiten ist für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt.

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RAKATAK 2015

Auf einem internationalen Markt können Instrumente und Waren aus aller Welt bestaunt werden. Mit 150 ehrenamtlichen Helfern ist „RAKATAK“ vermutlich die größte jährliche Leistung dieser Art in Pankow.

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RAKATAK 2015

Für das Jahr 2000 konnten die Veranstalter bereits 5000 Besucher aus Berlin und Brandenburg vermelden. Das erinnert an historische Zeiten, als Pankow und Schönholz um die Jahrhundertwende jedes Wochenende von Tausenden feierlustigen Berlinern besucht wurde.

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hintere Festwiese 2016

Durch die Bezirksreform zum Großbezirk Pankow wuchs mit Prenzlauer Berg und Weißensee auch der Verbund der Jugendkulturzentren.

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vordere Festwiese 2016

Inzwischen gibt es auch eine eigenständige Musikgruppe Rakatak. Diese Gruppe trägt ihren Namen mit freundlicher Genehmigung der RAKATAK Veranstalter.

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Internationaler Markt

Zu den Ausrichtern von „RAKATAK“ zählen heute der Lade Club, die Garage Pankow, die Mühlenstraße 24, die Königsstadt und Maxim. Schirmherrin der Veranstaltung ist Christine Keil Bezirksrätin und Leiterin der Abt. Jugend und Immobilien.

 

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https://youtu.be/J2VLtaXLZgY

Autor: Christian Bormann, 16.07.2016
red. Bearbeitung: Martina Krüger, 06.08.2016
Bilder: Christian Bormann

Der Bethanienturm

Auf dem Mirbachplatz in „Neu Weißensee“ erhebt sich der 65 Meter hohe „Bethanienturm“. An kalten Jahrestagen wirkt die Kirchenruine gespenstig und abweisend.

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Bethanienkirche Mirbachplatz 1910

Das Gegenteil ist der Fall an Sommertagen. Der weisse Kalksandstein reflektiert die Sonnenstrahlen vom Kellergeschoss bis über die Dächer der am Mirbachplatz liegenden Wohnhäuser.

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Weißensee Bethanienkirche 1916

Auf Grund der starken Bevölkerungszunahme reichten die Kirchenplätze in Weißensee nicht mehr. So wurde zwischen 1900 und 1902 die Bethanienkirche im Neugotischen Stil errichtet.

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Pistoriusplatz und Bethanienturm 1953

Turmsockel und Hals sind mit weißem Kalksandstein verblendet, das Glockengeschoss ist rot geklinkert.

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Bethanienturm 2016

Die Architekten waren Geheimrat Ludwig von Tiedemann und Robert Leibnitz. Den Altar und die Kanzel baute die Firma Gustav Kuntzsch aus Wernigerode. Der Berliner Steinmetzmeister Otto Plöger schuf den Kanzelfuß. Das Kaiserpaar Wilhelm II. und Auguste Viktoria war 1902 persönlich zur Taufe der Bethanienkirche gekommen. Eine der Glocken wurde zu Ehren der Kaiserin in „Auguste Viktoria“ benannt.

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Bethanienkirche 2016

Nach einem verheerenden Angriff mit Luftminen am 26. Februar 1945 blieb der „Bethanienturm“ als einziges stehen. Mit ihm überlebte das Geläut und die „Kaiserin Viktoria Glocke“.

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Bethanienturm 2016

Bei meinen Recherchen zum Bethanienturm stieß ich auf einen Absatz zum Altar. Dem Zufall der Geschichte ist es zu verdanken, dass es heute noch den 1902 eingeweihten Originalaltar zu sehen gibt.

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Bethanienturm von innen

Die Retabel des Altar war zu hoch, wodurch das mittlere Chorfenster verdeckt wurde. Schon 1905 gab die Bethanienkirche den Altar nebst Retabel an die Glaubenskirche in Berlin-Lichtenberg ab.

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Seitenaufgang Bethanienturm

Die Spurensuche begann. Wo ist der Altar heute? Existiert er noch? Bekomme ich ein aktuelles Bild? Auf meiner Suche besuchte ich die ehemalige Glaubenskirche in Lichtenberg.

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Eingang Bethanienturm

Nachdem ich vor Ort feststellen musste, dass die Kirche aufwendig saniert wird und nicht zugänglich ist, packte mich der Ehrgeiz. Ich wollte den Altar sehen. Und ich brauchte ein Foto für meine Geschichte. Ich klinkte mich von Tür zu Tür bis ich nach dreißig Minuten einen kleinen Raum mit Menschen fand. Auf meine Fragen auf Deutsch bekam ich nur freundliches Achselzucken zur Antwort.

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In der Ruine

Es war zum Schreien. Es musste doch möglich sein, eine Person zu finden, die mir wenigstens ein Hinweis auf den Verbleib des Altars geben kann. Ich startete einen letzten Versuch auf englisch.

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Turmruine 2016

Und siehe da. Aus einem kleinen Nebenraum trat ein älterer Herr in schwarzem Gewand. Ihm zur Seite stellte sich ein Dolmetscher mit einem Säugling im Arm. Der Mann im Gewand war „Mankaryos Bischof der Eritreisch-Orthodoxen-Tewahedo-Kirche“.

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Bethanienturm von unten

Ich wurde herzlich vom Bischof und anwesenden Gemeindemitgliedern  empfangen. Nachdem ich mein Anliegen dargestellt hatte, erklärte sich der Bischof bereit, mir den Zugang zu gewähren. Nur wenige Meter weiter öffnete er eine kleine, unscheinbare, weiße Tür. Es war ein versteckter Seiteneingang zum Gebetsraum.

Ehemalige „Glaubenskirche Berlin-Lichtenberg“

Ich trat vor den Altar und konnte es kaum glauben. Da war er. Das einzige noch erhaltene Originalinterieur der Bethanienkirche.

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Bischof Mankaryos dem Bethanienaltar

Beides, Altar und Retabel sind heute noch in Lichtenberg zu finden. Seit 1998 baut die Koptische Gemeinde Berlin die Kirche zu ihrem Zentrum aus. Seit mehreren Jahren wird die 1903 bis 1905 gebaute Kirche aufwendig von der Koptischen Gemeinde Berlin restauriert.

„Bethanienaltar“ in Berlin-Lichtenberg 2016

Das im Bethanienturm verbliebene Geläut ist samt Turm und Grundstück Eigentum eines Wohnungsbau-Investors.

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Bethanienturm auf dem Mirbachplatz

Zu besonderen Anlässen darf die Gemeinde Weißensee das Geläut mit „Viktoria Auguste“ erklingen lassen.

Der Mirbach Platz trägt seinen Namen zu Ehren des Oberhofmeister Ernst Freiherr von Mirbach er war maßgeblich für die Finanzierung der Bethanien Kirche verantwortlich.

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https://youtu.be/psoAzIxR908

Bis heute habe ich den Bethanienturm immer mit einer ganz besonderen Freundin verbunden die am Mirbachplatz wohnt. Ivonne diese Geschichte soll deine sein.

Herzlichen Dank an Bischof Mankaryos und die Koptische Gemeinde Berlin für ihre freundliche Unterstützung.

Autor: Christian Bormann, 02.07.2016
red. Bearbeitung: Martina Krüger, 03.07.2016
Bilder: Ansichtskarten, Christian Bormann