Archiv der Kategorie: Prenzlauer Berg

Pankow geht auf Bärenjagd

Unsere Bärenjagd begann mit dem Artikel: „Berliner Bär aus der Feuerwache von Ludwig Hoffmann, Fischerkiez 5 gerettet“. Der Artikel erschien im Mitteilungsblatt des Vereins der Berliner Bärenfreunde e.V. Nr. 67 II. Quartal.

Aufruf zur Bärenjagd

Die Idee, vergessene Berliner Bären zu suchen begeisterte mich. Mit unserer Geschichte: „Vergessene Berliner Wappenbären in Pankow“ vom 5. Juni begann unser Projekt. In diversen sozialen Netzwerken riefen wir zur Bärenjagd in Pankow auf.

Vereinszeitung zur Bärenjagd, Berliner Bärenfreunde e.V.

Mit einem freundlichen Vorwort fand ich unsere Geschichte dann auch im  Mitteilungsblatt Nr. 69 III. Quartal des Vereins der Berliner Bärenfeunde wieder. Auch Annemarie Harms, Redakteurin der „Dorfzeitung Pankow“, unterstützte unser Projekt.

Dorfzeitung Pankow Juli 2017

In der Ausgabe vom Juli 2017 findet sich unserer Geschichte ebenfalls auf dem Titel. Nach einem knappen halben Jahr ist es Zeit für eine kurze Zwischenbilanz.

Vorwort zu unserer Geschichte im Vereinsblatt der Berliner Bärenfreunde

Ein besonders gutes Auge bewies unserer Fotografin Ivonne. Während ihrer Arbeit für die Seite entdeckte sie in nur einer Woche mehr als 10 Bären. Viele Bären befanden sich an Schul- und Amtsgebäuden in Kartuschen oder thronend auf Konsolen.

ehem. Verwaltungsgebäude Krankenhaus Pankow 2017

Meine Favoriten sind die thronenden Bären am Rathaus Pankow und auf dem Ossietzky-Gymnasium. Es sind auch einige seltene Kartuschen entdeckt worden, so zum Beispiel in der Grabbeallee. An der historischen Gründerzeitvilla befindet sich im Giebel ein ritterliches Familienwappen mit Helm, Harnisch und gleich 3 Wappenbären.

ehem. Verwaltungsgebäude Krankenhaus Schlossallee 5, Fund: Christian Bormann

Der Firma Zweirad-Stadler ist es zu verdanken, dass sich die einstigen Hoheitswappen des Berliner Zentralviehofs mit Bär bis heute erhalten haben. Die beiden prächtigen Kartuschen befinden sich auf der Rückseite der alten Rinderauktionshalle des ehemaligen städtischen Schlachthofes.

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ehem. Rinderauktionshalle Zweiradcenter Stadler, August-Lindemann-Straße

Ursprünglich befand sich der Zentralviehof vor den Toren Berlins. Im Rahmen der Eingemeindung nach Berlin fiel das Areal an Lichtenberg, darauf folgte Friedrichshain und zuguterletzt Prenzlauer Berg.  Nach der Jahrtausendwende erfolgte eine erneute Bezirksreform und Prenzlauer Berg fiel an Pankow.

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ehem. Rinderauktionshalle Zweiradcenter Stadler

Ein weiteren Bären erlegte Jutta Mach vom Freundeskreis der Chronik Pankow e.V. Ihr Bär befindet sich in einer Kartusche im Ludwig-Hoffmann-Quartier in Berlin-Buch. Das Foto stammt von Wilfried Woesener.

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Wappenkartusche 1 von 2 Zweiradcenter Stadler, Fund: Christian Bormann

Weitere Bärentrophäen:

Nr.3

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Wappenkartusche 2 von 2, Zweiradcenter Stadler

Nr.4

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Ludwigquartier ehem. Verwaltungsgebäude Krankenhaus Buch 2013

Nr.4

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Eingang Verwaltungsgebäude Ludwigquartier Buch

Nr.4

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Wappenkartusche am Ludwigquartier Buch 2013, Fund Jutta Mach

Nr.5 und 6

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Luftaufnahme Rathaus Pankow 2017

Nr.5

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Rathaus Pankow, sitzender Bär 4 von 4 1903 – 2017

Nr.5

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Rathaus Pankow sitzender Bär 4 von 4, Fund: Ivonne Hempler

Nr. 5

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Rathaus Pankow sitzender Bär 4 von 4

Nr. 6

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Rathaus Pankow sitzender Bär 2 von 4 ohne Kopf, Fund: Ivonne Hempler

Nr.7

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Ratssaal Rathaus Pankow 2017

Nr.7

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Wappenbär neben Friedenstaube und altem Bezirkswappen, Fund: Ivonne Hempler

Nr.8

Villa Grabbeallee

Nr.8

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Giebel mit Familienwappen

Nr.8

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Familienwappenkartusche mit 3 Wappenbären, Fund: Ivonne Hempler

Nr.9 und 10

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Kurt-Schwitters-Oberschule Greifswalderstraße Prenzlauer Berg

Nr.9

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Kurt-Schwitters-Oberschule Kartusche 1 von 2 Haupteingang, Fund: Ivonne Hempler

Nr.10

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Kurt-Schwitters-Oberschule Kartusche 2 von 2 Durchfahrt, Fund: Ivonne Hempler

Nr.11, 12, 13 und 14

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Schulgebäude Pasteurstraße Prenzlauer Berg 2017

Nr.11

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musizierender Bär 1 von 4, Fund: Ivonne Hempler

Nr.12

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musizierender Bär 2 von 4, Fund: Ivonne Hempler

Nr.13

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einarmiger musizierender Bär 3 von 4, Fund: Ivonne Hempler

Nr.14

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musizierender Bär 4 von 4, Fund: Ivonne Hempler

Nr.15

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Ossietzky-Gymnasium Görschstraße, thronender Bär mit Wappenschild, Fund: Christian Bormann

Nr. 15

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Nr. 16

Stallanlage Kinder- u. Säuglingskrankenhaus Buschallee

Nr. 16

Giebel dam Kuhstall des Krankenhauses, Fund: Christian Bormann

Collage zur Bärenjagd

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Bärencollage der Jagdtrophäen 2017

 

Autor: Christian Bormann, 11.10.2017

red.Bearbeitung: Martina Krüger, 19.10.2017

Fotos u. Collagen: Ivonne Hempler, Christian Bormann, Guido Kunze, Berliner Bärenfreunde e.V., Wilfried Woesener, Jutta Mach, Freundeskreis der Chronik Pankow e.V.,

Der Pankower Stadtkassenschein

Am 9.September 1921 gibt die Stadt Berlin 20 Stadtkassenscheine aus. Im Rahmen der Notgeldverordnung entstehen zwanzig 50 Pfennig Scheine. Die Vorderseite zeigt links den stilisierten Berliner Wappenbär und die Wertangabe 50 Pfennig. Mittig die Aufschrift „Stadtkassenschein Berlin 9.September 1921 Magistrat der Reichshauptstadt“. Darunter die Unterschriften von Berlins Bürgermeister Gustav Böß sowie dem Stadtkämmerer Ernst Karding. Rechts ist das Wasserzeichen zu sehen.

Notgeld Berlin
Stadtkassenschein 9.9.1921

Die zwanzig auf der Rückseite verschieden gestalteten Serienscheine zeigen jeweils ein Bild zu jedem der damaligen Bezirke. Bezirk 19 ist Pankow. Auf der Rückseite des Kassenscheins ist ein Gehöft in Pankow um 1770 abgebildet.

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Ansicht Gehöft Pankow

Bezirk 18 ist Weißensee, auf der Abbildung ist ein Ausschnitt zu sehen „Weißensee um 1800“.

Notgeld Berlin
Weißensee um 1800

Bezirk 4 ist Prenzlauer Berg auf dem Schein ist der Mühlberg vor dem Prenzlauer Tor abgebildet.

Stadtkassenschein
Mühlberg vor dem Prenzlauer Berg

Auf den anderen Rückseiten der Kassenscheine sind Mitte – „Berliner Rathaus um 1819“, Tiergarten – „Erstes Dampfschiff Linie Zelten/Charlottenburg“, Wedding – „Gesundbrunnen im Jahre 1760“, Friedrichshain – „Überfahrt zum Stralauer Fischzug um 1825“, Kreuzberg – „Das Hallesche Tor im Jahre 1845“, Charlottenburg – „Die Berliner Straße um 1820“, Spandau – „Spandau um 1800“, Wilmersdorf – „Jagdschloss erbaut im 16.Jahrhundert“, Zehlendorf – „Kirche in Dahlem“, Schöneberg – „Dorf um 1820“, Steglitz – „Frühere Kirche von Steglitz aus dem 13.Jahrhundert“, Neukölln – „Das Dorf Rixdorf um 1820“, Treptow – „Gasthaus in Treptow um 1820“, Lichtenberg – „Lichtenberg um 1790“, sowie Reinickendorf mit der „Mühle in Tegel um 1800“ abgebildet.

Autor: Christian Bormann,   .11.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier

Bildquelle: Christian Bormann

Grenzübergang Bornholmer Straße

Der Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße war eine ruhige Ecke Berlins, umgeben von Kleingartenkolonien und Mietshäusern. Etwas Verkehr gab es lediglich aus Richtung West-Berlin, denn Bundesbürger durften den Übergang zur Aufrechterhaltung der Devisenbeschaffung der DDR benutzen.

Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße
Grenzübergang Bornholmer Straße

Im Rahmen neuer Bestimmungen zur Reiseregelung für DDR-Bürger lud Günther Schabowski zu einer Pressekonferenz. Das West-Fernsehen war wie immer vor Ort. Zu diesem Zeitpunkt rechnete niemand mit wirklich interessanten Neuigkeiten, als das Unfassbare passierte. Schabowski verkündete lax die neue Reiseregelung, ohne die zusätzlichen Vermerke registriert zu haben. Darauf nagelt ihn ein Journalist sofort fest, und fragt ob diese Regelung ab sofort gilt. Etwas irritiert blättert Schabowski kurz in seinen Mitteilungsblättern, worauf der alles entscheidende Satz fällt: „Das trifft nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich“.

Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße
Grenz Kontrollpunkt im Sowjetischen Sektor Bornholmer Straße

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. In den folgenden Stunden versammelten sich mehrere Tausend Berliner auf der Ost-Seite der innerdeutschen Grenzkontrollstelle Bornholmer Straße. Die DDR-Bürger wollten sofort von ihrem neuen Reiserecht Gebrauch machen. Unverzüglich. Der Leiter der Passkontrolleinheiten Oberstleutnant Harald Jäger und seine Truppe waren angesichts des endlosen Zustroms an Menschen völlig hilflos. Die Ereignisse gingen derart schnell vonstatten, dass Hilfe von ihren Vorgesetzten ausblieb. So erfolgte gegen 21:20 Uhr die Auslösung der Alarmkette. Daraufhin durften einzelne Personen die Brücke passieren. Was sie nicht wussten: ihr Ausweis wurde entstempelt und sie somit ausgebürgert. In den darauffolgenden zwei Stunden wurde der Druck der Menschenmassen auf den Kontrollpunkt so gewaltig, das die Passkontrolleinheit die Verteidigung des Kontrollpunktes aufgab. Um 23:29 Uhr öffnete Oberstleutnant Harald Jäger eigenmächtig den Schlagbaum an der Böse-Brücke. Die Menschen bahnten sich nun unkontrolliert ihren Weg durch die Grenzanlage Richtung West-Berlin.

Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße
Platz des 9.November 1989

Damit wurde der nördlichste der sieben innerstädtischen Grenzkontrollpunkte Bornholmer Straße zum ersten offenen Grenzübergang für DDR Bürger in Richtung Westen und damit weltberühmt. Ab diesem Zeitpunkt war die Grenzanlage der DDR ihrem Untergang geweiht.

Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße
10.11.1989 Pankower besuchen West-Berlin

Der Abriss der Maueranlagen schritt so rasch voran, dass die heute teilweise erhalten gebliebenen Reste zumeist unter Denkmalschutz stehen. An der Bornholmer Straße ist heute noch ein Teil der sogenannten Hinterlandmauer erhalten geblieben.

Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße
Vorlandmauer Bornholmer Straße 2002

Auf dem Platz des 9. November erinnert ein Gedenkstein aus Mauerresten an die historischen Ereignisse jener Nacht, die in ihren weitreichenden Folgen zu einer politischen Neuordnung in Europa führten.

Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße
Gedenkstein am Platz des 9.November

Autor: Christian Bormann, 02.11.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Bildquelle:
Hintze CPS, Christian Bormann