Archiv der Kategorie: Brosepark

Das kleine Kutscherhaus am Brosepark

Auf dem Grundstück Dietzgenstraße 49, damals Kaiser-Wilhelm-Straße, steht heute noch das denkmalgeschützte Ensemble, bestehend aus Sommerhaus und Kutscherhaus. Das Sommerhaus ist auch bekannt als Fröbelscher Kindergarten.

Sommerhaus links, Kutscherhaus rechts, 1913
Insgesamt stehen die beiden kurz nach 1830 gebauten Gebäude für die frühe Form des Schweizer Hauses und stellen schon allein deshalb einen besonderen historischen Wert da.

Kutscherhaus 2017
Viele Pankower erinnern sich auch noch an die Bibliothek, die hier zeitweise untergebracht war. Weniger bekannt ist das kleine Kutscherhaus, welches sich auch heute noch in einem relativ guten Zustand befindet.

Nordeingang Kutscherhaus
Das kleine Kutscherhaus besteht aus einem Backsteinerdgeschoss mit einem aufgesetztem Obergeschoss aus Holz. Es gibt mehrere Zimmer, das Häuschen ist über drei Außentüren zu betreten.

Holzaufbau Obergeschoss
Die Nordseite weisst die größten Schäden auf. Im Inneren sind die Spuren der Restauratoren zu sehen.

Freigelegte ursprüngliche Wandbemalung
An ausgewählten Stellen haben Historiker Schicht für Schicht entfernt und die originale Ausmalung freigelegt. Leider frisst sich derzeit der Schimmel durch die alten Putzwände und zerstört das Kutscherhaus von innen. Es bleibt zu hoffen, dass es in absehbarer Zeit gerettet und restauriert wird.

https://www.youtube.com/watch?v=sBsM506Iu1c&feature=share
Autor: Christian Bormann, 19.02.2017

red.Bearbeitung: Martina Krüger, 19.02.2017

Der Fröbel’sche Kindergarten

In der Dietzgenstraße 49 auf dem Nachbargrundstück des Holländerhaus steht der alte Fröbel’sche Kindergarten. Um 1830 als Sommerhaus gebaut, wurde das kleine Haus von 1908 bis 1931 als Kindergarten genutzt. Die Erziehung der Kinder erfolgte nach den Prinzipien von Friedrich Wilhelm August Fröbel.

Fröbel'scher Kindergarten
Fröbel’scher Kindergarten 1926

Friedrich Wilhelm August Fröbel, am 21. April 1782 in Oberweißbach geboren, war Pädagoge und Schüler von Pestalozzi. Zugleich ist er Begründer des ersten Kindergartens, zuvor gab es lediglich Kinderverwahranstalten. Fröbel erkannte die Bedeutung der frühen Kindheit und entwickelte die Basis der Lern-, Unterhaltungs- und Erziehungssysteme mit denen die heutigen Kindergärten arbeiten. Für die Rettung des Häuschens scheinen die Geldmittel zu fehlen. So steht es seit Jahren versteckt unter einer Bauplane, um den Verfall wenigstens zu verlangsamen.

Fröbel'scher Kindergarten
Fröbel’scher Kindergarten 2015

Fröbel selbst lebte zeitweise in Niederschönhausen, er besaß hier von 1836 bis 1847 ein eigenes Haus. Die historische Aufnahme des Kindergartens entstand um 1910, der Fotograf war Max Skladanowsky. Friedrich Wilhelm August Fröbel starb 1852 in Marienthal.

Autor: Christian Bormann, 23.10.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Die reisende „Mutter mit Kind“

Der am 25. Februar 1865 in Westpreußen geborene Reinhold Carl Thusmann Felderhoff war Bildhauer der Berliner Bildhauerschule, Mitglied der Berliner Secession und der Akademie der Künste. Darüber hinaus arbeitete er als Meisterschüler von Reinhold Begas an einigen Werken von Begas mit. Seine Professur erhielt er 1917. Um 1911 schuf er die 2,15 Meter große Bronzeplastik „Mutter mit Kind“. Ganze drei Mal musste die Bronzeplastik aus der Epoche der Kaiserzeit umziehen.

Mutter mit Kind
„Mutter mit Kind“ 1911 Bürgerpark

Ab 1911 stand die „Mutter mit Kind“ bis Anfang der 50er Jahre im Volkspark Bürgerpark. Danach zog sie um auf den Platz vor dem Rathaus. Am alten Pankower Dorfanger verweilte sie von 1955 bis 1971.

Mutter mit Kind
„Mutter mit Kind“ Breite Straße 1959

Vom Anger wurde die Bronzeplastik 1971 wieder entfernt und auf einem Abstellplatz im Bürgerpark zwischengelagert. In den Brosepark zog die „Mutter mit Kind“ 1976 ein, seither begrüßt sie die Besucher am Haupteingang neben dem Brosehaus.

Mutter mit Kind
„Mutter mit Kind“ Brosepark 2014

Neben dem „Stralauer Fischer“ am Rathaus Treptow schuf Felderhoff noch unzählige weitere Skulpturen und Reliefs in Berlin und anderen deutschen Städten. Reinhold Carl Thusmann Felderhoff starb am 18. Dezember 1919 in Berlin.

Autor: Christian Bormann 22.10.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Wie das Holländerhaus zum Patrizierhaus wurde

Ursprünglich stand an der Stelle des heutigen Hauses ein einstöckiger roter Ziegelsteinbau. Dieser wurde von der Dorfbevölkerung wegen seiner roten Backziegel Holländerhaus genannt.

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Holländerhaus 1900
Die Familie Fetschow erwarb 1802 die ersten 60 qm des Grundstückes vom Bauern Kraft. Im Laufe der Zeit wurde der Besitz, heute Dietz­genstraße/Platanenstraße, mehrfach erweitert.

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Holländerhaus 1985
Die Fetschows besaßen in der Klosterstraße 85 ein Bankhaus. Damit gehörten sie zu den einflussreichsten Familien in Niederschönhausen. Madame Fetschow verband eine enge Freundschaft mit der Prinzessin Marianne. Tatkräftig unterstützte sie den von Prinzessin Marianne am 23. März 1813 gegründeten Frauenverein. Am 16. Januar 1818 wurde Madame Fetschow der Luise-Orden verliehen.

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Eduard Gärtner
Im großen Familiensaal des Hauses verkehrten neben der könig­li­chen Familie auch Feldherren der Freiheitskriege sowie namhafte Künstler und Gelehrte ihrer Zeit. Zu den bekanntesten gehörten Karl-Friedrich Schinkel und Christian Peter Wilhelm Beuth.

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Holländerhaus 2014
Die Erben der Madame Fetschow verkauften 1850 das Anwesen an den Kunstschlosser Carl Friedrich August Hauschild. Dieser war mit seinem Unternehmen in der Neanderstraße 3 ein bedeutender Mann. Hiervon zeugt noch heute das Gemälde „Wohnstube des Schlossermeisters Hauschild“ von Eduard Gärtner.

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Feuerwehreinsatz Holländerhaus 2016
Um 1852 ließ Hauschild den bis dahin einstöckigen Bau aufstocken und zu einem Patrizierhaus umbauen. Zu den Umbauten gehörte der bis heute erhaltene, aufwendig gestaltete Holzbalkon am Rittersaal. Im Rittersaal hinter dem Balkon stellte Hauschild seine schönsten Kunstschlosserarbeiten aus, unter anderem Turnierhelme und Lanzen.

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Feuerwehreinsatz Holländerhaus 2016
Carl Friedrich August Hauschild starb 1868. Seinem Schwiegersohn, dem Schokoladenfabrikanten Hildebrandt gehörte die Hildebrandt-Villa, heute bekannt als Kavalierhaus in der Breitestraße.

Am 16.06.2016 wurde die Feuerwehr kurz nach 20 Uhr zu einem Einsatz am Holländerhaus gerufen. Ein Blitzschlag hatte die 30 Meter hohe Linde gespalten. Der abgestürzte Teil schlug mittig im Dachreiter des Hauses ein und musste in 4 stündiger Arbeit mit einem Kran aus dem Dach gehoben werden.

Autor: Christian Bormann, 04.06.2014/26.02.2017
Technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 25.01.2016/26.02.2017

Quellen:
„Geschichte von Niederschönhausen/Ernst Rehfeld“
„Niederschönhausen ein Stück Berlin/Horst Zetsche“
„Berichte des Gemeindeschöffen a.D.Thormann 1942, niedergeschrieben von Manfred Grande“