Die Gemeinde Weißensee erwarb unter dem Bürgermeister Dr. Carl Woelck 1908 den Weißen See sowie die angrenzenden Terrains.

Am Ufer legte die Gemeinde einen Seeweg und den Trianonpark an. Die alte Badeanstalt von Sternecker wurde abgerissen und eine neue nach Plänen von Carl James Büring neu erichtet.

Carl James Brüning war es dann auch, nach dessen Plänen 1912 die Tritonbrücke am Weißen See entstand.

Der Brücke kamen mehrere Funktionen zu. Im Grunde war sie die Überdachung eines Regenwasserüberlaufes und Aussichtsplattform.

Ursprünglich konzipierte Brüning sie aber als Kühlwasserablauf des Elektrizitätswerks in der Großen Seestraße.

Die letzten baulichen Zeugnisse des Elektrizitätswerks wurden 1990 abgerissen. Unter der Brücke wurde über die Jahrzehnte immer wieder umgebaut.

Die drei großen Öffnungen wurden vermauert und vergittert. Einen Regenwasserablauf in den See durch das Bauwerk gibt es wohl nicht mehr.

Der See speist sich als Toteislinse ohne Zufluss von Regenwasser. Durch die zunehmende Flächenversiegelung um den See herum erreicht das natürliche Wasser den See kaum noch.

Was die Niederschlagsmengen anbelangt, so liegen diese zwar im Gesamtschnitt, aber wenn nach einer längeren Trockenphase der Regen in kurzen Starkregenereignissen niederschlägt, so trifft dieser auf versiegelte Flächen und erreicht den See nicht mehr.

Der Weiße See selbst verfügt über eine Grundwasserpumpe. Dieses Wasser muss aber bezahlt werden. Um den 8,3 Hektar großen See zu füllen, wären für jeden Meter rund 27.000 € nötig und das Meter für Meter und Jahr für Jahr.

Von seinem erbärmlichen Zustand im Sommer 2021 hat sich der See, zumindest was die Wassertiefe anbelangt, ganz leicht erholt. Seine 10,64 Meter Tiefe hatte er schon 2017 eingebüßt. Da ergab die Messung noch 8,56 Meter.

Zurück zur Tritonbrücke. Was machen Tritonen am Weißen See? Uns erinnern. Nämlich daran, dass Weißensee – im Gegensatz zum landwirtschaftlich geprägten alten Pankow – ein kleines Fischerdorf war.

Die Figure erschuf der Bildhauer Hans Schnellhorn aus Muschelkalkstein. Sie zeigen zur linken Brückenseite Triton, den Sohn Poseidons, als weibliches Mischwesen das einen Mandoline spielenden Jungen auf dem Rücken trägt.

Rechtsseitig der Brücke ist Triton, ein männliches Mischwesen, das einen Mundharmonika spielenden Knaben auf dem Rücken trägt. Aufgestellt wurden die Figuren 1913.

Derzeit ist das Bezirksamt Pankow bemüht, das Seeufer neu anzulegen. Ein Bagger schottert derzeit das Ufer rechts der Tritonbrücke.
Nimm Dein Smartphone oder eine VR-Brille und schaue Dir den Weißen See in unserem 360° Panorama vom Winter 2021 an.
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Link zum YouTube Video – Schotterarbeiten am Ufer des Weißen See im November 2025 –
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Autor: Christian Bormann
Redaktion: Martina Krüger
Fotos: Christian Bormann
☆coloriert: Hierbei handelt es sich um KI-basierte Nachfärbungen historischer Originale. Es kann zu farblichen Abweichungen oder gar Scheindarstellungen kommen. Mit KI colorierte Bilder stellen keine zuverlässigen historischen Zeugnisse mehr dar.

































































