Die Tritonbrücke am Weißen See

Die Gemeinde Weißensee erwarb unter dem Bürgermeister Dr. Carl Woelck 1908 den Weißen See sowie die angrenzenden Terrains.

Eislaufen auf dem Weißen See, Februar 2021

Am Ufer legte die Gemeinde einen Seeweg und den Trianonpark an. Die alte Badeanstalt von Sternecker wurde abgerissen und eine neue nach Plänen von Carl James Büring neu erichtet.

Carl James Brüning war es dann auch, nach dessen Plänen 1912 die Tritonbrücke am Weißen See entstand.

Aussichtsplattform auf der Tritonbrücke, Winter 2021

Der Brücke kamen mehrere Funktionen zu. Im Grunde war sie die Überdachung eines Regenwasserüberlaufes und Aussichtsplattform.

Tritonbrücke am Weißen See, Februar 2021

Ursprünglich konzipierte Brüning sie aber als Kühlwasserablauf des Elektrizitätswerks in der Großen Seestraße.

Die letzten baulichen Zeugnisse des Elektrizitätswerks wurden 1990 abgerissen. Unter der Brücke wurde über die Jahrzehnte immer wieder umgebaut.

Vermauertes Überlaufwerk Tritonbrücke am Weißensee, Februar 2021

Die drei großen Öffnungen wurden vermauert und vergittert. Einen Regenwasserablauf in den See durch das Bauwerk gibt es wohl nicht mehr.

Unter der Tritonbrücke, Regenwasserüberlauf, Februar 2021

Der See speist sich als Toteislinse ohne Zufluss von Regenwasser. Durch die zunehmende Flächenversiegelung um den See herum erreicht das natürliche Wasser den See kaum noch.

Überlaufbecken unter der Tritonbrücke am Weißen See, Februar 2021

Was die Niederschlagsmengen anbelangt, so liegen diese zwar im Gesamtschnitt, aber wenn nach einer längeren Trockenphase der Regen in kurzen Starkregenereignissen niederschlägt, so trifft dieser auf versiegelte Flächen und erreicht den See nicht mehr.

Historische Postkarte „Partie am Weißen See“, 1915

Der Weiße See selbst verfügt über eine Grundwasserpumpe. Dieses Wasser muss aber bezahlt werden. Um den 8,3 Hektar großen See zu füllen, wären für jeden Meter rund 27.000 € nötig und das Meter für Meter und Jahr für Jahr.

Das jetzt freistehende Überlaufbecken im Oktober 2022

Von seinem erbärmlichen Zustand im Sommer 2021 hat sich der See, zumindest was die Wassertiefe anbelangt, ganz leicht erholt. Seine 10,64 Meter Tiefe hatte er schon 2017 eingebüßt. Da ergab die Messung noch 8,56 Meter.

Alte Wasserrampe am austrocknenden Weißen See, November 2022

Zurück zur Tritonbrücke. Was machen Tritonen am Weißen See? Uns erinnern. Nämlich daran, dass Weißensee – im Gegensatz zum landwirtschaftlich geprägten alten Pankow – ein kleines Fischerdorf war.

Triton, Sohn Poseidons, als weiblich gelesenes Mischwesen mit Mandoline spielenden Knaben auf der Terrasse, Oktober 2021

Die Figure erschuf der Bildhauer Hans Schnellhorn aus Muschelkalkstein. Sie zeigen zur linken Brückenseite Triton, den Sohn Poseidons, als weibliches Mischwesen das einen Mandoline spielenden Jungen auf dem Rücken trägt.

Triton, Sohn Poseidons, als männlich gelesenes Mischwesen mit Mundharmonika spielendem Knaben auf dem Rücken, Oktober 2021

Rechtsseitig der Brücke ist Triton, ein männliches Mischwesen, das einen Mundharmonika spielenden Knaben auf dem Rücken trägt. Aufgestellt wurden die Figuren 1913.

Ausblick über die Seebrücke auf den Weißen See, Oktober 2021

Derzeit ist das Bezirksamt Pankow bemüht, das Seeufer neu anzulegen. Ein Bagger schottert derzeit das Ufer rechts der Tritonbrücke.

Nimm Dein Smartphone oder eine VR-Brille und schaue Dir den Weißen See in unserem 360° Panorama vom Winter 2021 an.

Link zum 360° Panorama auf Facebook Pankowerchronik:

https://www.facebook.com/share/1G1JL1z5Sn/

Link zum YouTube Video – Schotterarbeiten am Ufer des Weißen See im November 2025 –

https://youtu.be/Ot9jpURGjbM?si=Xb-5CGPkQSj9ugfa

Autor: Christian Bormann

Redaktion: Martina Krüger

Fotos: Christian Bormann

☆coloriert: Hierbei handelt es sich um KI-basierte Nachfärbungen historischer Originale. Es kann zu farblichen Abweichungen oder gar Scheindarstellungen kommen. Mit KI colorierte Bilder stellen keine zuverlässigen historischen Zeugnisse mehr dar.

Das neue Rathausdach

Am 30. September 2024 begann die denkmalgerechte Sanierung des alten Rathausdaches. Über Jahre hinweg wurde das Dach immer wieder kleinteilig repariert.

Sturm Xaver hatte dem alten Dach im Oktober 2017 ebenfalls schwer zugesetzt, so dass am östlichen Seitenflügel die Sanierung schon vorab erfolgte. Hier hatte das Dach bereits große Löcher und Regenwasser suchte sich seinen Weg ins Rathaus.

Zu den Aufgaben der Sanierung zählten Gerüstbau-, Zimmer-, Klempner- und Dacharbeiten. In erster Linie stand hier die Gefahrenabwehr und der Denkmalschutz der noch vorhandenen Substanz.

Immer wieder hatten sich über die Jahre Ziegel gelöst oder Autofahrer standen im Stau, weil mal wieder kleine Teile des Gesims ausgebrochen und auf den Gehweg gestürzt waren, was zu einem Feuerwehreinsatz führte.

Die Kosten für die Dachsanierung sollen sich laut Pressemitteilung vom 30.09.2024 auf 1.380.000 Euro belaufen.

Die Hoffnung vieler Pankower, den historischen Preußischen Adler wieder auf dem Rathaus an seinem angestammten Platz zu sehen, wurde nicht erfüllt. Die Aufstellung der Figur war auch nie geplant.

Mehrere Kulturschaffende um den Rosenthaler Kunsschmied Gösta Gablick hatten sich um die Wiederinstalation des historischen Kunstwerks bemüht. Bis heute vergebens.

Ging es in den vergangenen Jahrzehnten um persönliche Kränkungen, so scheinen es jetzt Geldforderungen zu sein, die seine Wiederkehr verhindern.

Die umfangreiche Restaurierung, für die das Hochbauamt verantwortlich war, wurde vom Denkmalamt sowie dem NABU begleitet. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Schutz von Turmfalken und Mauerseglern.

Eine weitere gute Nachricht ist die erfolgte Sanierung des Haupteinganges. Unschön für Paare, die während der Arbeiten an Dach und Eingang geheiratet haben. Sie hatten keine schöne Fotokulisse.

Freuen kann sich, wer sich zukünftig traut. Die letzte Sanierung des Haupteinganges war zur 750-Jahrfeier Berlins. Die war 1987. Nach über 35 Jahren war es wieder soweit.

Die Türen wurden in verschiedenen Zeitabschnitten entfernt, erst die Seitenteile dann die Haupttür. So blieb der Haupteingang für Gäste immer passierbar.

Die mittlere Haupttür wird um Automatiköffner ergänzt und das Erscheinungsbild zeigt jetzt wieder die historischen Holztüren ohne Farbauftrag.

Die Kosten für die Sanierung des Haupteinganges 2024 wurden in der Pressemitteilung vom 09.06.2023 mit 120.000 Euro angegeben.

Das Gerüst ist weg und das Rathaus begrüßt seine Gäste wieder in einem frischen historischen Gewand. Wer sich künftig traut der kann das vor einer wunderschönen historischen Flügeltür.

Video Luftaufnahme vom neuen Rathausdach 2025 auf YouTube.

Video Luftaufnahme vom alten Rathausdach 2017 auf YouTube.

https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article407430305/preussen-adler-in-pankow-so-soll-er-doch-noch-aufs-dach.html

Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Bilder: Christian Bormann, Guido Kunze, Freundeskreis der Chronik Pankow

Wäscherei und Färberei IDE

In der damaligen Franz-Joseph-Straße, der heutigen Liebermannstraße, befanden sich die alten Gebäude der Vitascope-Filmfabrik.

Mit der Erfindung des Tonfilms waren die alten Stummfilmateliers Mitte der 1920er Jahre in Klein-Hollywood geschlossen worden.

Sie eigneten sich nicht für Tonfilmproduktionen. So zog Ende der 1920er Jahre die Wäscherei und Färberei IDE in die Ateliers.

Ursprünglich hatte der Verwaltungstrakt zur heutigen Liebermannstraße eine Jugendstilfassade. Im 2. Weltkrieg erlitt die Wäscherei nicht unerhebliche Schäden.

Die Fassade des Bürovorbaus wurde nur notdürftig und eher im Stil des Art Déco wiederhergestellt. Zum Schutz vor Luftangriffen wurde der Keller der Wäscherei mit Drucktüren ausgestattet.

Einem direkten Treffer einer Luftmine durch das Glasdach hätte der Luftschutzkeller nicht standgehalten.

Zum Schutz der Mitarbeiter wurde also ein versteckter Luftschutzbunker angelegt. Dieser existiert heute noch.

Nach dem 2. Weltkrieg stand die Wäscherei auf dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik.

Hier vereinte die REWATEX viele Wäschereien. So arbeitete auch die Wäscherei IDE bald unter dem Logo des Wäschemädchens.

Mit dem Ende der DDR wurden viele Grundstücke und Firmen an Alteigentümer übertragen.

Das Wäschemädchen der DDR REWATEX macht ihren Job wie eh und je, heute unter dem Firmennamen WARETEX. Die Waretex betreibt mehrere Filialen in Berlin. Hauptsitz ist Rummelsburg.

Was das Grundstück der Vitascope-Filmfabrik anbelangt, so ist es den Erben zu verdanken, dass dieses Objekt weitgehend erhalten blieb und als Gewerbehof für Handwerksfirmen und Künstler dient.

☆ coloriert mit Hilfe von KI: Hierbei handelt es sich um KI-basierte Nachfärbungen historischer Originale. Es kann zu farblichen Abweichungen oder gar Scheindarstellungen kommen. Mit KI colorierte Bilder stellen keine zuverlässigen historischen Zeugnisse mehr dar.

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Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Fotos: Christian Bormann,  Guido Kunze

Klein Hollywood- Die Vitascope Filmfabrik Weißensee

Jeder kennt Babelsberg und Hollywood, diese Namen stehen weltweit für Filmgeschichte. Doch wer hat schon mal von der Filmstadt Weißensee oder „Klein Hollywood“ gehört?

Eine nur kurze, aber um so bedeutendere Rolle für die Entstehung des Films spielte die Filmstadt Weißensee, auch „Klein Hollywood“ genannt.

In den Dachateliers der Berliner Innenstadt wurde es zu eng und unpraktisch. So zogen viele Produktionsfirmen an den Rand der Berliner Vororte, hier gab es noch genügend Platz.

Es war Jules Greenbaum, der das große Gelände zwischen Franz-Joseph- heute Liebermannstraße und Rennbahnstraße pachtete. Zur Franz-Joseph-Straße hin ließ er von Otto Rehming ein Fabrikgebäude mit Verwaltungseinheit errichten.

Die 1913 errichtete Filmfabrik von Jules Greenbaum war zur Eröffnung die größte ihrer Art in Deutschland und konnte bereits auf dem Niveau der Bioscope in Neu-Babelsberg arbeiten.

Eine Fabrik mit Tageslichtateliers machte aber noch keine Filmstadt. Es siedelten sich ab 1913 zahlreiche Filmproduktionsfirmen in der Franz-Joseph-Straße an.

Zu den Erfolgreichsten Ihrer Zeit gehörten die Greenbaum-Film GmbH, Decla-Filmgesellschaft Holz u. Co sowie die May-Film GmbH. Regisseure von Fritz Lang über Robert Wiener, Harry Piel bis Joe May gaben sich hier die Klinke in die Hand.

An Schauspielern gäbe es etliche aufzuzählen. Besonders bekannt waren damals Albert Bassermann, Emil Jannigs, Mia May, Conrad Veidt aber auch Marlene Dietrich gab in Weißensee ihr filmisches Debüt.

Das Gelände der ehemaligen Rennbahn, welches ab 1913 zur Vitascope Filmfabrik gehörte, wurde für den Bau riesiger Monumentalfilmkulissen genutzt. Für den Film VERITAS VINCIT ließ die May-Film hier den Circus Maximus nachbauen.

Viele weitere Stummfilme enstanden hier auf dem Gelände. Beispiele für spätere Produktionen sind DIE HERRIN DER WELT, DAS INDISCHE GRABMAL und DAS CABINET DES DR. CALIGARI.

Mit den Möglichkeiten, die der neue Tonfilm Mitte der 1920er Jahre bot, war die Zeit des Stummfilms jäh beendet. Die Vitascope Filmfabrik war voll und ganz auf den Stummfilm ausgerichtet und eignete sich nicht für die Tonfilmproduktion.

Der Filmbetrieb wurde 1928 eingestellt. In die verlassenen Ateliers der Vitascope zog jetzt die Wäscherei und Färberei IDE ein. Joe May, der mit Geburtsnamen Joseph Otto Mandl hieß drehte noch einiges für den Deutschen Tonfilm.

Im Mai 1933 emigrierte Joe May über London in die USA. Genauer gesagt, ging er mit seiner Frau nach Hollywood. Hier drehte er noch einige B-Movies für Universal. Mit dem Eintritt der Amerikaner in den 2. Weltkrieg gab es kaum noch Beschäftigung für Deutsche in Amerika. May und seine Frau versuchten sich dann weiter als Gastronomen.

Die Wäscherei überstand den 2. Weltkrieg mit zahlreichen Gebäudeschäden. Die Fotos zeigen im Vergleich die Originalfassade der Filmfabrik und die notdürftig wiedererrichtete Fassade. Der Sprung reicht vom Jugendstil bis zum Ende des Art Déco. Im Großen und Ganzen ist damals aber vieles wiederhergestellt worden und die Wäscherei konnte ihren Betrieb nach den Kriegsbeschädigungen fortsetzen.

Das Areal der ehemaligen Pferderennbahn wurde parzelliert, verkauft und bebaut. Auf einem winzigen Rest der Rennbahn liegt heute die Laufbahn der Sportanlage Rennbahnstraße.

Ein vergessenes Zeitzeugnis aus dem 3. Reich befindet sich heute noch verborgen auf dem Grundstück. Es ist der Weltkriegsbunker der Wäscherei IDE später Teil des VEB REWATEX.

Gut getarnt hat er die Jahrzehnte bis heute überdauert. Den Nachfahren der Grundstückseigentümer ist es zu verdanken, dass die alte und denkmalgeschützte Filmfabrik noch als historisches Erbe von der Filmstadt Weißensee erhalten ist.

Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Bilder: Christian Bormann, Bernd Kehl, Guido Kunze

☆ coloriert mit Hilfe von KI: Hierbei handelt es sich um KI-basierte Nachfärbungen historischer Originale. Es kann zu farblichen Abweichungen oder gar Scheindarstellungen kommen. Mit KI colorierte Bilder stellen keine zuverlässigen historischen Zeugnisse mehr dar.

Weltkriegsbunker der Wäscherei IDE Berlin Weißensee

In der Liebermannstraße 24 bis 28 steht heute noch das Atelier der Vitascope Filmfabrik. Gebaut 1912 bis 1913 war es die größte Filmfabrik in Deutschland.

Mit dem aufkommenden Tonfilm in den 1920er Jahren konnten die Studios in der damaligen Franz-Joseph-Straße nicht mithalten und wurden nach nur wenigen Jahren geschlossen. Ende der 1920er siedelten sich in der alten Filmfabrik die IDE-Wäscherei und Färbereien an.

Die Wäscherei IDE saß jahrzehntelang erfolgreich auf dem Grundstück, bis sie wie viele andere Wäschereien in den VEB REWATEX überging und vom Privat- zum Volkseigentum wurde.

Zurück zu IDE und in den zweiten Weltkrieg. Die alten Filmgebäude erlitten im Bereich der Hallen, vor allem aber an der Fassade zur Liebermannstraße große Bombenschäden.

Der Originalbau hat geschwungene Jugendstilzüge mit gerundeten Oberlichtern, wohingegen die wiederaufgebaute Fassade im völligen Gegensatz einen geometrischen Bauhausstil imitiert.

Während der Recherche zu den noch erhaltenen Resten der Filmfabrik und der Wäscherei bin ich hinter den Hallen auf eine Betonkante mit Erdloch gestoßen.

Beim Nachschauen entdeckte ich den Teil einer Notausstiegsklappe. Meine Neugier war wieder geweckt. Den Bunker einmal durch das Gebüsch abgesucht, fand ich den vermauerten Eingang. Zu meinem Glück war er teilweise aufgebrochen.

Es war bereits dunkel geworden, also Stirnlampe aus dem Auto geholt und ab durch die kleine Öffnung ins Innere der Zeitkapsel.

Unter der Wäscherei IDE befanden sich bereits leichte Luftschutzräume mit den entsprechenden Normeinrichtungen, Luftschutztüren etc.

Einem direkten Treffer durch eines der Hallenbäder hätte die Anlage aber nicht standhalten können und so legte die Firmenleitung einen ausgelagerten, versteckten Erdbunker hinter den Hallen an.

Die Stahlbetondecke misst 1,5 bis 2 Meter. Durch das Loch ins Innere geklettert habe ich Mühe, mich auf der verschütteten Treppe hinab zu halten. Der Zugang ist extrem schmal gehalten.

Ich bin gespannt, was mich um die Ecke erwartet. Es ist ein einziger zentraler Schutzraum für schätzungsweise 20 bis 30 Personen. Der Bunker scheint auch keiner Norm zu entsprechen, sondern zeugt vielmehr von der Not, in der er hier errichtet wurde.

Im Inneren ist noch einiges zu finden. Abgesehen von zwei völlig verwitterten Kisten, oder vielmehr ihren Resten, steht noch ein einfaches Holzregal für Konserven  im Schutzraum.

Einweckgläser aus den 1940er bis 1980er Jahren, Textilreste der REWATEX sowie Kunststoffmüll der Nachwendezeit, der durch die leicht geöffnete Notausstiegsluke geworfen wurde.

Der Bunker ist sicher keine historische Sensation, er erzählt aber, verborgen hinter der sichtbaren und historisch geschätzten Fabrik, ein weiteres, eben so reales deutsches Stück Geschichte.

Nach dem Fotografieren des Weltkriegsbunkers wird es Zeit für frische Luft. Ich steige über eine blaue Mülltüte aus der mich ein DDR Kinderspielzeug anschaut. Es ist ein kleiner Plüschhase.

Zusammen mit anderen Textilien war er wohl bis zur endgültigen Betriebsaufgabe der REWATEX Wäscherei nicht abgeholt worden und kurzerhand in den Müll gewandert. Wie diese eine Tüte den Weg in den Bunker gefunden hat?

Reste von Textilien finden sich auch auf der Stufe des Notausstiegs, lange der einzige Weg ins Innere.

Beim Hinausklettern über die verschüttete Treppe fällt mir auf, dass die Wände links und rechts eine grüne Beauflagung haben, die ich so intensiv noch nie gesehen habe.

Der alte Welkriegsbunker wird umgehend wieder geschlossen und ein Betreten des Grundstück ist nur den Mietern erlaubt.

Was es zu sehen gibt, ist hier ganz gut dokumentiert. Der Artikel selbst stellt lediglich eine Erweiterung zu zwei Hauptartikeln dar.

Weitere Hauptartikel sind, „Die Vitascope Film-Fabrik Berlin Weißensee“, „Wäscherei IDE und REWATEX Weißensee“, sowie die Bunker unter den Askanier-Werken.

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Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Fotos: Christian Bormann