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Botanischer Volkspark Pankow-Blankenfelde

Auf einem stillgelegten Rieselfeld zwischen Niederschönhausen, Rosenthal und Blankenfelde ließ Albert Brodersen 1909 einen Zentralen Berliner Schulgarten auf 34 Hektar anlegen. Zuvor befand sich schon 1874 der 1. Zentrale Berliner Schulgarten im Humboldthain Wedding. Auf den Rieselfeldern von Blankenfelde wurde im westlichen Teil die eiszeitliche Urform erhalten. Im östlichen Teil wurden landwirtschaftliche Nutzflächen angelegt. Mit der Planung und Gestaltung befasste sich Alexander Weiß, er gestalte 1925 auch die Schönholzer Heide.

Eingang Botanischer Volkspark
Eingang Botanischer Volkspark Bkankengelde

Die Hauptwege wurden mit Apfelbäumen und Zierhölzern bepflanzt. So konnten sich die Berliner Schulen mit Pflanzenmaterial und Hölzern für den botanischen Unterricht versorgen. Ab 1911 wurde ein Eichen- und Buchenhain angelegt, 1912 folgte dann die Installation der „Geologischen Wand“. Diese Steinwand stammt ursprünglich aus dem Volkspark Humboldthain.

Gehege Botanischer Volkspark
Wildgehege Volkspark Blankenfelde 2014

Während des I. und II. Weltkriegs dienten die Flächen der Notversorgung der Berliner Bevölkerung, das galt für viele großen Pankower Grünflächen so auch im Brose- und Bürgerpark. In den 50er Jahren regte der Leiter des Grünplanungs-Amtes, Reinhold Linger, die Wiederherstellung und Erhaltung der botanischen Anlage an.

Gewächshaus
Gewächshaus im Volkspark Blankenfelde

Ab 1952 befand sich hier die Zentralstation der „Jungen Naturforscher Walter Ulbricht“. Wildgehege, Stallungen und Volieren wurden errichtet. Die Humboldt-Universität übernahm 1971 die Anlage als „Botanischen Park“. Der Berliner „Botanische Garten“ befand sich zu dieser Zeit westlich der Berliner Mauer. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands übernahm der Berliner Senat den Park von der Humboldt-Universität. Seit 1994 ist der „Botanische Volkspark Pankow“ eine als Gartendenkmal geschützte öffentliche Grünanlage, auch die „Geologische Wand“ steht seit dem unter Denkmalschutz.

Geologische Wand
„Geologische Wand“ im Volkspark

Seit 2010 wird jedes Jahr wahlweise im Oktober oder September ein Herbstfest gefeiert. Die landeseigene  Grün Berlin GmbH übernahm 2011 die Anlage.

Autor: Christian Bormann 09.10.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Bilder:
Hintze CPS

Thermoskanne und Röntgenröhre – Made in Pankow

Der am 12. Januar 1866 in Glashütte geborene Reinhold Burger war nicht nur Glastechniker, er gehörte auch zu den bekanntesten Pankower Erfindern. Berühmt wurde er für die Erfindung der Thermoskanne.

Reinhold Burger

Seine Erfindung beruht auf der Vorarbeit von Sir James Dewar und Adolf Ferdinand Weinhold. Ohne deren Erlaubnis experimentierte Burger mit dem sogenannten „Dewargefäß“ und entwickelte so seine Thermoskanne, die er sich 1903 patentieren ließ.
Den darauf folgenden Rechtsstreit mit James Dewar gewann Burger. Unter der DRP Nr. 170057 (Deutsche Reichs Patent Nummer) des Kaiserlichen Patentamtes trat seine Thermoskanne den Siegeszug um die Welt an. Reinhold Burgers Erfindung gewann Goldmedaillen und Ehrendiplome auf den Weltausstellungen in St. Louis 1904 und Mailand 1906.

Wilhelm-Kuhr-Straße 3

Weniger bekannt ist, dass Burger maßgeblich an der Entwicklung des Röntgenapparates beteiligt war. In Zusammenarbeit mit Wilhelm Conrad Röntgen entwickelte er unter der DRP Nr. 129974 von 1901 die Röntgenröhre, auch bekannt als sogenannte Burgersche Vakuumröhren. An seinem einstigen Wohnhaus in der Wilhelm-Kuhr-Str. 3 erinnert heute eine Gedenktafel sowie eine Abbildung seiner Thermoskanne im Glas der Eingangstüren an ihn und sein Wirken. Reinhold Burger starb am 21. Dezember 1954 in Berlin-Pankow.

Gedenktafel Reinhold Burger

Autor: Christian Bormann, 29.08.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Quellen: mündliche Überlieferung

Bilder:
Hintze CPS
Wikipedia

Der „Glocken-Gustav“ von Buchholz

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten in Buchholz gehörte zweifelsohne der am 29. Mai 1883 in Buchholz geborene Gustav Guyot. Der Sprössling einer Hugenottenfamilie besuchte von 1889 bis 1897 die Gemeindeschule in Französisch Buchholz. Sein Abgangszeugnis vom 31. März 1897 bescheinigte ihm gute schulische Leistungen. Familie Guyot blickte auf eine lange Bauerntradition zurück. Gustav Guyot setze diese Tradition fort.

Gedenkstein Familie Guyot Buchholz

In den Jahren 1930 – 1933 legte er am Rosenthaler Weg Versuchsfelder zur besseren Weizen- und Roggenzucht an. Sogar Fachexperten aus Japan und der Sowjetunion lud er nach Buchholz ein, um sich mit ihnen auszutauschen.  Am 28. Februar 1932 erhielt Gustav Guyot das Ehrendiplom der „Landwirtschaftlichen Lehranstalt ‚Oranienburg-Luisenhof‘“. Zur verbesserten Bodenbearbeitung erfand er einen Unterbodenpflug, mit dem er Findlinge zutage förderte. Auch einen Spezialwagen mit Hebevorrichtung konstruierte er für den Transport der Findlinge.

Familiengrab Guyot

Zusammen mit dem letzten Pfarrer der Französischen Reformationsgemeinde Albert Hurtienne entstand die Idee, einen Gedenksteins in Form eines Findlings auf dem Gehöft der Guyots zu platzieren.  Am 29. Oktober 1935 wurde der Gedenkstein eingeweiht. Während seiner Rede trug Gustav Guyot einen glockenförmigen Hut, welcher ihm das Aussehen eines englischen Lords verlieh. Das machte so großen Eindruck, dass Gustav fortan für immer diesen Hut trug, was ihm so den Spitznamen „Glocken-Gustav“ einbrachte. Gustav Guyot starb am 25. Februar 1966 und wurde im Familiengrab in Buchholz beigesetzt. Seine Angehörigen legten ihm die „Glocke“ mit in den Sarg.

Autor: Christian Bormann 31.07.2014
Technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger

Quelle:
mündliche Überlieferung
750 Jahre Buchholz vom Freundeskreis der Chronik Pankow e.V.

Bilder:
Hintze CPS

Schönholz: Der Heide-Bunker

In der Schönholzer Heide gibt es immer noch einen Bunker, einige Besucher verwechseln auch heute noch das versunkene Heide-Theater mit einer Bunkeranlage.

Schönholzer Heide Theater
Heide Theater

Den noch erhaltenen oberirdischen „Heide-Bunker“ kennt so ziemlich jeder Pankower. Er liegt an der Ziegelsteinmauer des Schützenhauses „Schloss Schönholz“, gut sichtbar zwischen Hermann-Hesse-Straße und geschottertem Fußballplatz.

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Heide- bzw. Luna Bunker

Nach verstärkten Luftangriffen auf Pankow diente er zunächst als öffentlicher Schutzbunker, bevor aus Platzmangel Luftschutzbunker in den Kellern der Wohnhäuser angelegt wurden.

Schönholzer Heide Bunker von Innen
Bunker Inneres

Später gehörter der Bunker zum Zwangsarbeiterkomplex „Luna Lager“. Nur sehr Wenige kennen noch die zwei alten Geschütztürme mit ihren Schießscharten, diese dienten wohl der Bewachung des sogenannten „Luna-Lager“. Sie liegen südlich und nördlich der Straße vor Schönholz.

Geschützturm
Geschützbunker Straße vor Schönholz

Den Namen bekam das Lager von den Pankowern, da es auf dem Gelände des ehemaligen „Luna Park“-Nachfolger „Traumland“ stand. In Pankow gab es zahlreiche Zwangsarbeiterlager, das „Luna-Lager“ war das zweitgrößte in Berlin. Zahlreiche Baracken standen auf dem Gelände des alten Vergnügungsparks „Traumland“. Auch die „Thiemannschen Festsäle vor Schönholz“ sowie das „Schloss Schönholz“ dienten zur Unterbringung.

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Restaurant Schloss Schönholz

Die Zwangsarbeiter wurden unter anderen in den Deutschen Waffen und Munitionsfabriken AG Berlin Borsigwalde, in den Argus Motorenwerken Berlin Reinickendorf sowie den Bergmann Elektrizitätswerken eingesetzt.

Kriegsgräbergedenkstätte
Ehrenhain für die Kriegsopfer

Ein kleiner eingezäunter Ehrenhain mit Gedenktafeln erinnert heute noch an die Opfer des II. Weltkrieges. Ein weiterer Bunker soll sich laut einem „NVA Forum“ angeblich unter einem der zwei „Knochenberge“ befinden.

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Kimpostierpkatz Bezirksamt, Knochenberge

Diese sind die abgetragenen Reste des Friedhofs VI, der 1943 aus Platzmangel für innerstädtische Bombenopfer angelegt und bereits 1946 teilweise wieder geschlossen wurde. Ein Bunker befindet sich darunter nicht. Wer abseits der Wege etwas stöbert, findet große Betonbrockenansammlungen, viele schon überwachsen.

Betonreste Schönholzer Heide
Fundamrntbrocken Luna Lager

Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Fundamentbrocken der Zwangsarbeiterbaracken. Hinzu kommen noch abgetragene Reste von zerbombten Mietshäusern sowie Hausmüll, den anliegende Bewohner zu DDR Zeiten hier deponierten.  Die noch existierenden unterirdischen Zugänge gehören zu Versorgungsräumen und Schächten von „Traumland“, „Luna-Lager“ und „Heidetheater“. Aber auch diese sind inzwischen teilweise oder ganz mit einer Mischung aus militärischen Überresten und Steinschutt verfüllt.

Autor: Christian Bormann, 27.07.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Bilder:
Hintze CPS
Nadine Kreimeier
NVA-Forum
historische Ansichten Pankow
Wikipedia

Die einsame Venus von der Kostecky-Villa

In der damaligen Bismarckstr. 41 in Pankow, heute Hermann-Hesse-Str. 19, stand eine beeindruckende Villa. Allein die schmiedeeiserne Einfriedung war so imposant gestaltet, dass es dem Betrachter den Atem verschlug. Der Garten war kunstvoll gestaltet wie ein verzauberter Park. Das Haus war gedeckt mit einem grün schimmernden Kupferdach und wurde gekrönt mit einer über 2 Meter großen Venus.

Venus

Am Eingangsportal zur Straße standen prächtige Putten und Marmorsäulen. Die Villa wurde schon 1905 gebaut, der Umbau zu einem kleinen „Schloss“ erfolgte in den 20er und 30er Jahren. Bis in die späten 90er war das Grundstück bewohnt. Der Eigentümer war Wolfgang Joseph Kostecky, gebürtiger Pole, steinreich und bekennend homosexuell. Kostecky hatte einen ausgeprägten Hang zum Schönen und Prunkvollen, was er auch im Inneren seiner Villa zeigte. Die Wände waren mit Seide bespannt, Marmor verlegte er wo er konnte und die Räume bestückte er mit offenen Kaminen. Das Bad bekam eine so gigantische Badewanne, so dass diese bei Verfall der Villa fast durch die Decke gebrochen wäre. Kostecky und seine Villa waren in aller Munde. Ab 1940 nahm sein Leben eine jähe Wende. Als „Berufsverbrecher“ nach §175 Reichsgesetz war Kostecky als Homosexueller zu verfolgen und zu vernichten. Die Nazis deportierten ihn in das KZ Sachsenhausen. Kostecky überlebte Sachsenhausen. Seine Villa überstand auch Nationalsozialismus und Kommunismus, wurde aber am 17.Februar 2005 Opfer des Kapitalismus. Laut Denkmalamt wurde die Villa übersehen, obwohl ihr Garten mit Einfriedung bereits 1995 als Denkmal erfasst wurde. Als im Jahr 2001 die ersten großen Grundstücksspekulationen anfingen, wurde der Garten auf mysteriöse Weise wieder von der Denkmalliste gelöscht.

Kostecky Villa mit Venus

Wen wundert es da noch, dass bei einer abschließenden Begehung durch das Landesdenkmalschutzamt 2004 festgestellt wurde, „dass die Villa nicht mehr zu retten, und eine Eintragung als geschütztes Denkmal auszuschließen ist“. Am 17. Februar 2005 wurde die „Villa Kostecky“ abgerissen, um an ihrer Stelle einen Parkplatz zu bauen. Während der Abrissarbeiten wurden die Gartenfiguren abgebaut, verpackt und verschwanden dann über Nacht. Ihr Verbleib ist uns unbekannt. Unter Pankowern halten sich bis heute hartnäckig Gerüchte, dass es im Fall „Kostecky Villa“ nicht mit rechten Dingen zuging. Beim Abriss der Villa kamen in der Baugrube Abfälle eines Feldlazaretts zutage, die hier im Garten scheinbar vergraben wurden. Einst blickte die Venus stolz vom Dach der Villa über Niederschönhausen. Heute steht sie einsam neben den Resten der Einfriedung auf einem Parkplatz und blickt auf den Mülleimer eines Discounters.

Autor: Christian Bormann 23.07.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Bilder:
Hintze CPS
Berliner Wochenblatt für Pankow 15.11.2000

„Wollanktunnel“ und „Pankower Friedhoftunnel“

Der Fluchttunnel Wollankstraße.
Am 26. Januar 1962 sackte auf dem S-Bahnhof Wollankstraße plötzlich ein Teil des Bahnsteiges ab. Verwundert starrten die Fahrgäste auf eine kreisrunde Vertiefung.

S-Bahnhof Wollankstraße Fluchttunnel

Grund hierfür war ein eingebrochener Fluchttunnel. Rund drei Wochen lang wurde er unbemerkt von Westberliner Seite aus gegraben. Die Holzverstärkungen der Tunnelwände hielten den Erschütterungen der Berliner S-Bahn nicht stand.

S-Bahnhof Wollankstraße im Fluchttunnel

So konnte der Tunnel nie zur Flucht genutzt werden. Mehr Glück hatten die Fluchthelfer beim sogenannten „Pankower Friedhoftunnel“. Er gilt als erster Fluchttunnel, durch den Ost-Berliner der DDR entkamen. Waltraut Niebank steht an einem kalten Wintermorgen am 18. Dezember 1961 auf dem Städtischen Friedhof III Pankow. Wenige Tage vor dem Mauerbau hatte sie geheiratet, nun trennte das Paar die Berliner Mauer. Ihr Ehemann hatte sie mit Grabstrauß zum Grab von Maria Lidtke bestellt. Zwischen Grabstein und Mauer öffnete sich plötzlich der Boden. „Spring“, rief eine Stimme.

Pankow Bezirksfriedhof III

Ohne zu zögern sprang Waltraut. Über den sandigen Boden des befestigten Tunnels kriecht sie Richtung West-Berlin. Waltraut und Lothar waren wieder vereint. Drei Tage nach der Flucht von Waltraut Niebank entdeckten Grenzer den Tunnel. Durch den „Pankower Friedhoftunnel“ gelang bis zu 100 Menschen die Flucht.

Autor: Christian Bormann, 21.07.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Quellen:
wikipedia
Bilder: Hintze CPS
Bundesarchiv: Bild 183-90157-0001 Junge
183-90187-0002 Hesse,Rudolf/1.Februar1962

Der Chocolatier und sein Kavalierhaus

Das Kavalierhaus steht in der Pankower Breitestr. 45. Um 1750 gebaut gehört es zu den bedeutendsten Baudenkmalen in Pankow.

Kavaliershaus Breitestraße

Besonders wertvoll ist es durch seinen angeschlossenen Park, der an die in Schlossnähe gebauten Kavalierhäuser erinnert.  Das Gesamtensemble wird gekrönt durch seine Putten die vor dem Haus zur Straßenseite stehen. Die Originalfiguren stehen heute in der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen. Ihr Bildhauer soll der Dresdener Bildhauer Gottfried Koffler gewesen sein. An ihrer Stelle stehen jetzt Kopien. Ab 1865 gehörte die Villa dem Schokoladenfabrikanten Theodor Hildebrand, weshalb sie auch die Hildebrandsche Villa genannt wird.  Hildebrand war der Schwiegersohn des Kunstschlossers Hausschild.  Dieser ließ das Holländerhaus in Niederschönhausen zu einem prächtigen Patrizierhaus umbauen. Theodor Hildebrand gründete 1817 eine Schokoladenfabrik.  Bekannt wurde Hildebrand Schokolade ab 1900 durch ihre Sammelbilder.

SCHO-KA-KOLA

Der Durchbruch gelang 1935 mit der sogenannten „Flieger Schokolade“. Die Marke SCHO-KA-KOLA wurde weltbekannt. Heute gehört SCHO-KA-KOLA zur Stollwerck AG.

Autor: Christian Bormann, 20.07.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Quellen:
Die Denkmale in Berlin Pankow/Landesdenkmalamt Berlin
Archiv/Stollwerk AG

1788-Ballonfahrt nach Karow

Beim einem Besuch 2014 in Karow fragte ich mich wie der Ballonplatz wohl zu seinem Name gekommen ist. Die Antwort war so einfach wie erstaunlich.

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Anflug auf den Ballonplatz April 2017

Eine der ersten Ballonfahrten der Welt ging nach Karow. Jean Pierre Blanchard geboren in Les Andelys gehörte als französischer Ballonfahrer zu den ersten Ballonpionieren. Ab 1783 wandte sich Blanchard der Luftfahrt zu. Zu den ersten Ballonfahrten der Welt gehörte auch sein Flug in Berlin.

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Abflug Exerzierplatz im Tiergarten Berlin 1788

Blanchard startete am 27. September 1788 auf dem Exerzierplatz im Tiergarten, wo er den staunenden Berlinern seine Flugkünste vorführte. Mit seinem Ballon landete er in Karo Nord, wo heute noch der Ballonplatz an seine Landung erinnert.

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Ballonplatz in Karow 2014

Darüber hinaus erfand Blanchard auch den ersten Fallschirm, den er zunächst an seinem Hund testete. Bei einem Absturz 1785 rettete ihm sein Fallschirm das Leben. Dieses Ereignis gilt seither als der erste urkundliche Fallschirmsprung eines Menschen. Jean Pierre Blanchard starb am 7. März 1809 bei Paris.

Das Drohnenvideo 2017 zeigt den nachgestellten Anflug Blanchard’s 1788 auf den Ballonplatz mit Landung.

Autor: Christian Bormann, 17.06.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Bilder: Christian Bormann

Luftbilder: Guido Kunze

Hitler und Goebbels in Buch

Dass Adolf Hitler am 30. April 1945 im Führerbunker Selbstmord verübte ist allseits bekannt. Einen Tag später entzog sich auch die Familie Goebbels dem Zugriff der Sowjets. Weniger bekannt jedoch ist, dass die Leiche, beziehungsweise die verbrannten Überreste Hitlers sowie die Leichen von Propaganda Minister Goebbels und seiner Familie von Sowjetischen Spezialeinheiten nach Buch gebracht wurden. Stalin wollte Hitler eigentlich lebend haben.

GebäudeKrankenhausstadt Buch

Um auszuschließen, dass es sich um ein Täuschungsmanöver handelt, ließ Stalin Hitlers sterbliche Überreste in das Krankenhaus Buch bringen.  Am 8. Mai 1945 wurde die Leiche von Adolf Hitler unter Leitung von Dr. Schkarawskij obduziert. Die Identifizierung erfolgte anhand seines Gebisses. Danach verliert sich die Spur seiner Leiche.

Autor: Christian Bormann, 16.07.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger

Quellen:
Pankow zwischen Idylle und Metropole/Bebra Verlag
N24, Phönix