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Rammstein im Schloss Schönhausen

Bei Recherchen zu unserem Artikel „Schloss Schönhausen – Eine Kegelbahn für Fidel Castro“ stießen wir auf die Band Rammstein. Rammstein und Schloss Schönhausen? Diese Verbindung war uns neu.

Schloss Schönhausen
Schloss Schönhausen 2014

Die Innenaufnahmen für das Rammstein Musikvideo „Du riechst so gut“ entstanden 1998 im Schloss Schönhausen. Bereits auf ihrer Debütsingle vom 24. August 1995 aus dem Album „Herzeleid“ war das Lied zu hören.

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Rammstein 1998 im Schloss Schönhausen

Die Produzenten waren Jacob Hellner und Carl-Michael Herlofsson. Das Stück wurde erstmals 1994 in Leipzig live gespielt. Am 17. April 1998 kam es zur Wiederveröffentlichung inklusive Musikvideo.

Rammstein, du richst so gut
Filmset zum Musikvideo „Du riechst so gut“

Das Musikvideo ist ein Zusammenschnitt mehrerer Drehorte. Sämtliche im Video zu sehenden Innenaufnahmen zeigen das frisch restaurierte Schloss Schönhausen von innen.

Rammstein, du richstcso gut
Rammstein, Filmset im Schloss Schönhausen

Der Titel „Du riechst so gut“ hielt sich 10 Wochen in den Deutschen Charts und schaffte es bis auf Platz 16. Der Frontmann Till Lindemann wohnte viele Jahre in der Kollwitzstraße Pankow-Prenzlauerberg. Ich hatte das Vergnügen ihm mehrmals persönlich zu begegnen.

Rammstein, du riechst so gut
Rammstein, Filmset im Schloss Schönhausen

Das Manegement (Pilgrim) von Rammstein sowie das Tonstudio befinden sich heute in der Eichenstraße in Niederschönhausen.

Autor: Christian Bormann 13.07.2015
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 31.03.2016

Bilder:Bormann(1),YouTube(4)

Schmidt-Hutten und 100 Jahre Tanz in Pankow

In den 20er Jahren hielt der bekannte Tanzlehrer Fred Schmidt-Hutten seine Tanzstunden noch in der Tanzschule Wilhelm Tietz ab. Diese befand sich im Restaurant-Hotel und Festsaal „Zum Roland“ ehemals „Zum Wollank“ in der Wollankstraße 113.

Zum Roland

In den 30er Jahren gründete er seine eigene Tanzschule in der Kreuzstr. 3/4. Seit bald 100 Jahren ist der Name Schmidt-Hutten in aller Munde. Der „Pankower Herbstball“ war Pflicht für jeden gestandenen Pankower. Zahlreich strömten die Tanzwütigen aus Pankow und ganz Berlin mit der Pferdeeisenbahn herbei. In den 20er Jahren entstanden fast zwei Dutzend Tanzsäle in kürzester Zeit. Zu den bekanntesten gehörten „Schmidt-Hutten“ am Bürgerpark, der „Carlshof“ in der Dietzgenstraße, die „Thiemann’s Festsäle“ vor Schönholz sowie die „Schloss Schönhausen“ genannten Fachwerk-Festsäle an der Grabbeallee.

Thiemanns Festsäle Straße vor Schönholz

Einige Festsäle wurden Ende der 20er Jahre zu Lichtspielhäusern umfunktioniert, so das „Bellevue“ in der Breiten Straße. Ab 1934 fielen die Pankower Tanz und Festsäle bis Kriegsende in einen tiefen Schlaf. Erst in den 50er Jahren, nach Ende des 2. Weltkriegs erwachten die Tanzsäle wieder aus ihrem Dornröschenschlaf.

Tanzschule Schmidt-Hutten

So war es in Notzeiten durchaus üblich, Presskohle als Eintrittsgeld mitzubringen, auch Tanzstunden bei „Schmidt-Hutten“ konnten mit Presskohle bezahlt werden. Ende der 50er Jahre stellte der Gründer Fred Schmidt-Hutten einen Ausreiseantrag und siedelte 1960 in das Ruhrgebiet um. Unter Zwang musste der Name Schmidt-Hutten aufgegeben werden, so entstand der neue Name „Tanzschule am Bürgerpark“.

Tanzschule Schmidt-Hutten

Der Name „Tanzschule Schmidt-Hutten“ lebte fortan in Herne weiter, in der ehemaligen Tanzschule Diel am Rande der Castroper Innenstadt. Auch der Erbe Frank Schmidt-Hutten machte nach Abitur und Bundeswehr seine Ausbildung zum ADTV-Tanzlehrer. Ganz im Sinne seiner Familientradition eröffnete er 1995 seine „Tanzschule Schmidt-Hutten“ an der Oberen-Münster-Straße. So schreibt die Familie auch heute noch Tanzgeschichte.

Autor: Christian Bormann, 07.10.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Quellen:
Pankower Allgemeine Zeitung, Lokalkompass, ttk Bürgerpark, Berliner Zeitung, Pankower Ansichtskarten

Bilder:
Hintze CPS

Schlosspark und Pankower Schwarzmarkt

Zu den unbekannteren Kapiteln Pankows gehören das Schloss-Casino und der Pankower Schwarzmarkt. In den späten 30er Jahren befand sich im Schloss Schönhausen eine Depot- und Verkaufsstelle für „Entartete Kunst“. Mit dem Einmarsch der Roten Armee 1945 wurde auch Schloss Schönhausen beschlagnahmt. Heute ist nur noch wenigen bekannt, dass die Sowjetische Kommandantur hier ein Offiziers-Casino einrichtete.

Schlosspark und Pankower Schwarzmarkt

Vor den Toren des Schloss Schönhausen entwickelte sich ein immer größer werdender Schwarzmarkt. Teile der heutigen Ossietzkystraße und des Schlossparks wurden von der Bevölkerung und den Militärangehörigen für den regen Austausch von Schwarzmarktwaren, wie sie für die Nachkriegszeit typisch waren, genutzt.

Schloss Schönhausen

Im Offiziers-Casino wurde viel getrunken. So soll es eines Abends zu einem tödlichen Verkehrsunfall, verursacht von einem betrunkenen Militärangehörigen gekommen sein. Das Casino wurde umgehend geschlossen. Mit dem Offiziers-Casino verschwand auch der Pankower Schwarzmarkt aus dem Schlosspark, und fand seine Fortsetzung am Brandenburger Tor in Berlin-Mitte.

Autor: Christian Bormann, 09.08.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Quellen:
mündliche Überlieferung
Phoenix

Bilder:
Hintze CPS

Die Seufzerallee im Schlosspark Pankow

Seit König Friedrich II. 1740 seinen Thron bestieg, lebte er getrennt von seiner Gemahlin Elisabeth Christine. Mit den Worten „Hier lass dich nieder, hier kannst du Schön Husen“, soll er sie nach Schloss Schönhausen ausquartiert haben. Auch zur Einweihung des Schlosses Sanssouci war sie nicht geladen. Jeder königliche Gast der in die Friedrichstadt wollte, hatte zuvor einen Antrittsbesuch bei Elisabeth Christine in ihrem Schloss Schönhausen zu machen.

Seufzerallee Schlosspark Pankow

Der König selbst soll mehrfach im „Alten Krug von Pankow“ Quartier bezogen haben, wenn er zum Geburtstag seiner Gemahlin nach Pankow kam. Der „Alte Pankower Krug“ stand einst dort, wo südlich der Pfarrkirche am Anger die alte Kaufhalle stand. Die Königin soll oft, sehr traurig über ihre Beziehung, seufzend durch ihren Schlosspark gezogen sein. Fast parallel zur Schlossstraße verläuft eine alte Kastanienallee durch den Schlosspark.

Seufzerallee Schlosspark Pankow

Vom jetzigen Kinderspielplatz ausgehend endet sie am alten Gartentor von Schloss Schönhausen. Seither von den Pankowern „Seufzerallee“ genannt, erinnert sie heute noch an Elisabeth Christine und ihre unglückliche Beziehung mit Friedrich II.

Autor: Christian Bormann, 22.06.2014
Technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 25.01.2016

Quellen:
mündliche Überlieferung
Nord Berliner Sagen und Geschichten/Barbara Keil