Einzug des Lehr-Infanterie-Regiments in Pankow

Bereits seit 1874 gab es in Pankow ein Krieger-Verein. In den Auseinandersetzungen zwischen Preußen und Deutschland 1870 bis 1871 hatte Pankow 8 Gefallene zu beklagen.

Lehr-Infantrie-Regiment Pankow
Abzeichen des Krieger-Vereins Pankow

Das Kriegsdenkmal für die Gefallenen wurde am 2.September 1873 an der östlichen Seite der Pankower Pfarrkirche zu den Vier Evangelisten errichtet. Heute erinnert nichts mehr an dieses Denkmal.

Lehr-Infantrie-Regiment Pankow
Kriegerdenkmal an der Pankower Kirche

Im Herbst 1915 zog das Lehr-Infanterie-Ersatzbataillon in Pankow ein. Das Ersatzbataillon wurde vor dem Rathaus Pankow aufgestellt. Während des Ersten Weltkriegs gehörte es zum Lehr-Infanterie-Regiment.

Lehr-Infantrie-Regiment Pankow
Garnison vor dem Rathaus Pankow

Vom Rathaus zogen sie über den Friedensplatz in das Barackenlager in Niederschönhausen. Neben der Kaserne in der heutigen Schulstraße 1 wurden auch Schulgebäude in Kasernen umfunktioniert.

Lehr-Infantrie-Regiment Pankow
Regiment am Friedensplatz Niederschönhausen

Das Barackenlager Niederschönhausen befand sich zwischen der Friedrichs-Engels-Straße, Blumenthalstraße und Uhlandstraße.

Lehr-Infantrie-Regiment Pankow
Vereidigung Barackenlager Niederschönhausen

Zu den betroffenen Schulgebäuden gehörte die Schule in der Schulstraße 1, Schule in der Grunowstraße, Schule in der Charlottenstraße und das Schulgebäude in der Schmidtstraße, heute Kattegatstraße im Wedding.

Autor: Christian Bormann 14.02.2015
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 10.04.2016

Dralowid-Werk Berlin-Pankow

Der ehemalige Industriekomplex Flora-/ Ecke Gaillardstraße ist vielen Pankowern noch als Werk des VEB Elektrokeramik bekannt. Fast vergessen hingegen ist der Vorgänger. Die 1921 gegründete Steatit AG betrieb hier ihr 1926 gegründetes Dralowid-Werk Berlin Pankow.

Dralowid Pankow
Dralowid Firmenlogo

Zur Steatit AG gehörte auch die Firma Ernst Hildebrandt. Hildebrandt war spezialisiert auf die Herstellung von keramischen Gasglühlicht-Artikeln und saß schon seit 1894 in der Florastraße 8. Dralowid war führend in der Herstellung drahtloser Widerstände.

Dralowid Pankow
Dralowid-Werk Pankow um 1930

Die Palette der elektrotechnischen Erzeugnisse von Dralowid ist schier endlos.
Beispiele sind das Dralowid-Radio der Dralowid-Projektor das Dralowid-Hochleistungsmikrophon und die Draloston-Schallplatten.

Dralowid Pankow
Dralowid Hochleistungsmikrophon

Neben dem Werk in Pankow gab es ein weiteres in Teltow bei Berlin. Es gab sogar eine eigene Zeitung, die monatlich erschien. Auf einem Plakat zur Funkausstellung 1933 in Berlin wirbt die Firma selbstbewusst für sich.

Dralowid Pankow
Plakat zur Funkausstellung 1933 Berlin

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten erweiterten die Dralowid-Werke 1939 ihre Produktpalette. Jetzt gehörten auch Rüstungsgüter wie Eisenkerne für Funkmesseinrichtungen und die späteren  V-Waffen aus Peenemünde dazu.

Dralowid Pankow
Dralowid-Zeitung

Am 12. März 1945 wurde das Dralowid-Werk Pankow Ziel eines schweren Luftangriffes. Zahlreiche Häuser in der Flora- und Gaillardstraße wurden dabei zerstört. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fiel die Streatit AG an die Sowjets. Aus dem Dralowid-Werk Teltow wurde 1952 das Werk für Bauelemente und Nachrichtentechnik. Hier begann die DDR ihre Forschung an der Halbleitertechnik.

Dralowid Pankow
V-2 Fernrakete A4

Das Dralowid-Werk Pankow wurde zum VEB Elektrokeramik und produzierte fortan Schaltgeräte und Hochfrequenztechnik.

Autor: Christian Bormann 13.02.2015
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 10.04.2016

Schwimmhalle Pankow

Die Schwimmhalle Pankow in der Wolfshagener Straße wurde 1971 nach Plänen des Architekten Gunther Derdau gebaut. Sie ergänzte das am 9. Juli 1960 eröffnete Freibad Pankow.

Schwimmhalle Pankow Wolfshagener Straße

Derdau entwickelte die Schwimmhalle Pankow als Prototyp des Ostberliner Volksbades, wie es danach in mehreren Variationen in anderen Bezirken gebaut wurde.

Schwimmhalle Pankow Wolfshagener Straße

Die Pankower Schwimmhalle verfügte über ein 25 Meter-Schwimmbecken sowie ein 12 x 8,5 Meter großes Nichtschwimmerbecken. Im Untergeschoss war eine Sauna untergebracht.

Schwimmhalle Pankow Wolfshagener Straße

Die Berliner Bäderbetriebe übernahmen 1996 Freibad und Schwimmhalle Pankow. Das Freibad wurde im Jahr 2000 saniert und  Mitte 2001 als Sommerbad Pankow wiedereröffnet. Die Sanierung der Schwimmhalle hingegen wurde aus Kostengründen abgesagt.

Schwimmhalle Pankow Wolfshagener Straße

Pankower, die hier wie ich das Schwimmen gelernt haben, betrübt der heutige Zustand sehr. Zerschlagene Scheiben, leere Schwimmbecken, in den einstigen Umkleideräumen stehen einsam die Spindtüren aneinander gereiht. In der Empfangshalle steht der verwaiste Kassentresen.

Schwimmhalle Pankow Wolfshagener Straße

Metalldiebe haben alles entfernt was sich zu Geld machen ließ. Einzig die alten Startblöcke am 25 Meter Becken stehen noch wie einst. Auf den Betrachter wirken sie wie erhabene Wächter die über dem leeren Becken thronen und bis zur Rückkehr des Wassers ausharren.

Schwimmhalle Pankow Wolfshagener Straße

Im Februar 2015 legte der Berliner Senat das Bäderkonzept 2025 vor. Demnach entsteht in den nächsten Jahren am Standort Wolfshagener Straße ein neues Multifunktionsbad mit Becken für sportliches Schwimmen, Lehrschwimmen, Sauna, Rutsche, Außenbereich mit Becken, Familienbecken nebst Wellenanlage und Gastronomie.

 

Autor: Christian Bormann, 12.02.2015
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 30.03.2016

Bilder:
Bormann, Kreimeier
Bundesarchiv

Sraßenbahn-Betriebshof Niederschönhausen

Im Zuge der Elektrifizierung der Großen Berliner Pferde-Eisenbahn genügten die zahlreichen kleinen Pferde-Bahn-Depots nicht mehr, da diese hauptsächlich auf Unterbringung und Versorgung der Pferde ausgerichtet waren.

Pferde-Eisenbahn Decksitzwagen von 1981 auf dem Betriebshof Niederschönhausen
Decksitzwagen der „Grossen Berliner Pferde-Eisenbahn“ von 1891

Diese Depots beherbergten Geschirrkammern, Schmieden, Sattlerei und Futterböden. Die kostbaren Wagen standen im Freien und waren der Witterung ausgesetzt. Die erste Strecke der Großen Berliner Pferde-Eisenbahn führte schon 1874 vom Schönhauser Tor nach Pankow und wurde noch im gleichen Jahr bis Pankow Kirche verlängert.

Betriebshof Niederschönhausen um 1920
Betriebshof Niederschönhausen 1920

Der dazugehörende Betriebshof III der Großen Berliner Pferde-Eisenbahn befand sich an der Berliner-/ Ecke Borkumstraße. Die Bezeichnung Betriebshof III ging 1901 an den Betriebshof der Großen Berliner Elektrischen Straßenbahn in Niederschönhausen über.

Betriebsangehörige auf dem Hof III in Niederschönhausen
Betriebspersonal 1933 – 1945

Mit der Elektrifizierung der Pferde-Bahn verschoben sich die Prioritäten. Von 1896-1924 elektrifizierte die Pferde-Eisenbahn ihr Netz. Wichtig waren jetzt große Wagenhallen mit Revisionsgruben zur Wartung der Unterböden.

Historische Waagen 5256 und 958 im August 1987 in der Schönholzer Straße in Pankow
Wagen 5256 Schönholzer Straße, 1987

Auch Werkräume für die Schlosser, Verwaltungsgebäude mit Dienstwohnungen sowie Aufenthalts- und Lehrräume galt es zu schaffen. Große Gleisanlagen zum Rangieren mussten gebaut werden.

Maximum-Triebwagen von 1907 auf dem Betriebshof Niederschönhausen
Maximum-Triebwagen von 1907

Der Denkmalgeschützte Hof III der Großen Berliner Elektrischen Straßenbahn in Niederschönhausen wurde für diese neuen Anforderungen an den Nahverkehr gebaut. Er gilt heute als Musterexemplar eines Berliner Straßenbahnhof.

Historische Triebwagen verschiedener Baureihen auf dem Betriebshof Niederschönhausen
Historische Triebwagen vor der Wagenhalle

Niederschönhausen wurde als letzter von 8 Berliner Betriebshöfen gebaut und am 29. Mai 1901 eröffnet. Mit rund 25.000 Quadratmetern hatte Hof III die Kapazität, um 190 Wagen von 11 Metern Länge aufzunehmen. Mit der Fertigstellung des Betriebshofes nahm der Ausbau des Nordberliner Straßenbahnnetzes rasant an Fahrt auf.

Historischer Triebwagen über Revisionsgrube
Triebwagen T24/49

Anfang der 20er Jahre arbeiteten auffällig viele Frauen im Pankower Straßenbahnbetrieb. Grund hierfür waren die im Ersten Weltkrieg gefallenen Männer. In der Mitte des Straßenbahnhofes errichteten die Mitarbeiter 1920 ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Kollegen. In den 70 Jahren wurde das Denkmal wieder entfernt.

Reko-Triebwagen 217055 mit Beiwagen 267006 und 267428 auf dem Betriebshof Niederschönhausen
Reko-Triebwagen 217055 mit Beiwagen

Der Betriebshof III wurde 1924 nach Plänen von Jean Krämer erweitert. Neben der Erweiterung der Wagenhalle gehörte eine Montagehalle, Schmiede, Lager und Umkleideräume zu den Anbauten. Der Ziergiebel über der Wagenhalle wurde entfernt und die Mauer an der Hoffront durch einen Eisernen Zaun ersetzt.

Reko-Arbeitstriebwagen 4508 mit Lore G107. Werkstatt-Wagen des Betriebshof Niederschönhausen
Reko-Arbeitswagen 4508 mit Lore G107

Östlich des Betriebshofes III errichtete die Heimstätten-Gesellschaft der BVG Wohnungen für Betriebsangehörige. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Wagenhalle und das zweistöckige Verwaltungsgebäude durch Bombentreffer schwer Beschädigt.

 Wiederaufbau der Wagenhalle in Niederschönhausen in den 1950er Jahren
Wiederaufbau der Wagenhalle 1950

Die Wiederherstellungsarbeiten dauerten bis in die 50er Jahre, wobei das Dachgeschoss des zweistöckigen kleinen Verwaltungsgebäudes nicht vollständig wieder aufgebaut wurde. In den zweigeschossigen Verwaltungsbau zog 1950 der Betriebsarzt ein.

Betriebshof Niederschönhausen 1960
Betriebshof Niederschönhausen 1960

Nördlich des Gebäudes wurde ein Kulturhaus für die Mitarbeiter eingerichtet. In den 1990er Jahren wurde der Betrieb in Niederschönhausen eingestellt. Die Anlage des Hofes war zu klein geworden um die neuen Straßenbahnen zu rangieren. Bei der Länge der heutigen Straßenbahnzüge muss die Dietzgenstraße mitbenutzt werden. Die davon ausgehenden Beeinträchtigungen für den Straßenverkehr waren nicht zu vertreten.

Zeitzeugen der Deutschen Teilung, Großraumwagen West (links) und Ost (rechts) in Niederschönhausen
Großraumwagen West (links) und Ost (rechts)

Der Denkmalpflegeverein Nahverkehr Berlin nutzt die Anlage heute noch. Die Wagenhalle beherbergt zahlreiche historische Straßenbahnen. Führungen und Ausfahrten der alten Bahnen werden mehrmals im Jahr veranstaltet.

Tatrawagen Typ KT4D auf dem Betriebshof Niederschönhausen 1986
Tatrawagen Typ KT4D 1986

Der alte Straßenbahnhof wird weiterhin betriebsfähig gehalten. In Ausnahmefällen wie Gleis- und Straßenbauarbeiten in Pankow,nutzt die BVG den Betriebshof heute noch.

Autor: Christian Bormann, 10.02.2015
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 30.03.2016

Die Meilensteine von Buchholz

In Buchholz sind bis heute noch zwei Meilensteine erhalten. Nach kursächsischem Vorbild errichteten die Preußen Anfang des 18. Jahrhunderts ein System von Meilensteinen für die Wege der Postkutschen. So ließen sich Porto und die Gebühren für die Personenbeförderung errechnen. Das Zentrum dieses Entfernungsystems war der Null-Meilenstein in der Residenzstadt Berlin. Er stand auf dem Dönhoff-Platz.

Meilenstein in Buchholz Berliner Straße Inschrift Berlin 1 Meile
historischer Meilenstein Buchholz

Der heutige Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz an der Leipziger Straße ist leicht versetzt, auf ihm befindet sich die Nachbildung des Null-Meilensteins. Buchholz kann mit gleich zwei Originalen aufwarten. An den Tram-Gleisen auf der Berliner Straße 32 befindet sich der Stein mit der Inschrift „1 Meile bis Berlin“. Der Zweite befindet sich an der Kreuzung mit der Heidekrautbahn.

Autor: Christian Bormann 08.02.2015
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 30.03.2016

Bild: Hintze CPS

Pankow – Die vergessenen Bahn-Depots

Zu den längst in Vergessenheit geratenen Bahn-Betriebshöfen in Pankow zählen wir folgende:

– Depot der Großen Berliner Pferde Eisenbahn, Berliner Straße
– Pferde-Eisenbahn-Depot Buchholz, Gravensteinstraße
– 1. Depot Siemens & Halske Brehmestraße
– 2. Depot Damerowstraße der BESTAG

Pferde-Omnibus in Französisch Buchholz
Pferde-Omnibus Buchholz

Mit dem Pferde-Omnibus nahm der Berliner Nahverkehr sein Anfang.
Bereits seit 1854 gab es den „Gelben Pferde-Omnibus“ zwischen Pankow und Berlin. Die Strecke verlief zwischen Pankow und Schönhauser Tor.
Die von verschiedenen Firmen betriebenen Pferde-Omnibus-Unternehmen schlossen sich 1868 zur „ABOAG“ zusammen.

Pferde-Eisenbahn vor dem Depot Gravensteinstraße in Französisch Buchholz
Pferde-Eisenbahn Buchholz

Ab 1874 wurde der Pferde-Omnibus auf der Strecke Pankow und Schönhauser Tor durch die Pferde-Eisenbahn ersetzt. Hierzu gehörte der längst vergessene Betriebshof 3 der Berliner Pferde-Eisenbahn. Berliner-/ Ecke Borkumstraße.

Betriebshof 3 der Großen Berliner Straßenbahn in Niederschönhausen
Hof III der Großen Berliner Elektrischen Straßenbahn Niederschönhausen

Die Bezeichnung Betriebshof 3 ging dann an den 1901 eröffneten Betriebshof der Großen Berliner Elektrischen Straßenbahn in Niederschönhausen über.

Betriebshof der ersten elektrischen Straßenbahn Siemens und Halske Brehmestraße Pankow
Straßenbahn-Depot Siemens & Halske Brehmestraße

Im Zuge der Elektrifizierung der Pferdeeisenbahn fuhr die erste elektrische Pankower Straßenbahn, die sogenannte „Siemensbahn“ zwischen Pankow und Wedding. Die Firma Siemens & Halske betrieb seit 1895 Pankows ersten Betriebshof für elektrische Straßenbahnen in der Brehmestraße 21-22.

Betriebshof der BESTAG in der Damerowstraße Pankow
Straßenbahn-Depot BESTAG Damerowstraße

Hier befanden sich bis zur Schließung im Jahre 1901 die Wagenhalle, sowie Schmiede, Reparaturwerkstatt, Kraftstation und Kohleschuppen. Das Bahn-Depot in der Brehmestraße wurde schnell zu klein und 1901 geschlossen.

Triebwagen der Siemensbahn in der Kreuzstraße Pankow
Siemens-Bahn in der Kreuzstraße

Siemens & Halske errichtete den zweiten Pankower Straßenbahnhof in der Damerowstraße 9 – 13. Dieser wurde dann von der BESTAG bis 1930 geführt. Auf dem Grundstück entstand 1936 ein Wohnblock. Seltene historische Aufnahmen zeigen die Siemensbahn in der Kreuzstraße Pankow.

Siemensbahn in der Kreuzstraße Pankow
Siemens-Bahn in der Kreuzstraße

Buchholz sollte sich noch etwas gedulden bis zur Elektrifizierung seines Nahverkehrs, aber auch hier wurde der Pferde-Omnibus schon früh durch die Pferde-Eisenbahn ersetzt. Das Bahn-Depot befand sich in der Gravensteinstraße.

Große elektrische Berliner Straßenbahn in der Blankenburgerstraße  in Pankow Niederschönhausen
Große Berliner Elektrische Straßenbahn in der Blankenburger Straße

Auf dem letzten Bild ist die Große Berliner Elektrische Straßenbahn in der Blankenburger Straße zu sehen. Der Betriebshof 3 der Großen Berliner Straßenbahn in Pankow-Niederschönhausen stellt ein eigenes Kapitel für sich dar, und ist heute sehr bekannt.

Autor: Christian Bormann, 08.02.2015
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 30.03.2016

Pankow feiert 750 Jahre Berlin und 220 Jahre Schönholz

Anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins gab es in Pankow wieder einen Festumzug in alter Tradition. Pankow war im 19. Jahrhundert bekannt für seine pompösen Umzüge. Die bekanntesten waren der Umzug der Raschmacher Innung zum Fliegenfest in die Schönholzer
Heide und die Umzüge der Schützengilden.

750 Jahre Berlin und 220 Jahre Schönholz 1987 in Pankow, Berliner Straße

Ihren letzten großen Umzug sahen die Pankower Anfang der 1920er Jahre, denn schon 1924 löste sich die Innung der Raschmacher auf. Es sollte mehr als 60 Jahre dauern bis Pankow an diese Tradition anknüpfte. Pankow beging gleich drei Geburtstage zugleich,denn neben der 750 Jahrfeier Berlins galt es auch 220 Jahre Schönholz und 130 Jahre Pankower Wochenmarkt zu feiern.

750 Jahre Berlin und 220 Jahre Schönholz 1987 in Pankow, Berliner Straße

Berlin und Schönholz wurden offiziell gemeinsam gefeiert. Das beweist ein Wimpel. Das Stück befindet sich in der Sammlung des Museums Pankow. Der Wimpel ist weiß und grün gerändert.

750 Jahre Berlin und 220 Jahre Schönholz 1987 in Pankow, Berliner Straße

Die Inschrift lautet: „750 Jahre Berlin – 220 Jahre Schönholz“. Zwischen den Inschriften ist eine stilisierte Abbildung des sowjetischen Ehrenmals Schönholz zu sehen.
Im Umzug selbst stellten die Pankower mit prächtigen Kostümen, Kutschen und Kulissen ihre historische Vergangenheit bis zur Gegenwart dar.

750 Jahre Berlin und 220 Jahre Schönholz 1987 in Pankow, Berliner Straße

Wir möchten die einzigartigen Bilder von Helmut Alber kurz beschreiben. Auf Bild 1 stellt sich Pankow als Teil Berlins vor, auf Bild 2 ist der Kaufvertrag für Pankow dargestellt. Auf dem Banner steht: „Pankow 1370 Kaufvertrag 100 Mark Silber“.

750 Jahre Berlin und 220 Jahre Schönholz 1987 in Pankow, Berliner Straße

Als nächstes folgt Bild 3, zu sehen ist ein Heißluftballon der hinter einer Kutsche hergezogen wird. Mit dieser Kulisse erinnert Pankow an einen der ersten Ballonflüge der Welt. Jean Pierre Blanchard startete 1788 vom Exerzierplatz im Tiergarten und landete in Karow, wo heute noch der Ballonplatz an seine Landung erinnert.

750 Jahre Berlin und 220 Jahre Schönholz 1987 in Pankow, Berliner Straße

Bild 4 stellt die Traditionsumzüge der Schützengilden durch Pankow dar. Das 130-jährige Jubiläum des Pankower Wochenmarktes, hier auf Bild 5, durfte nicht fehlen. Bild 6 zeigt die Pankower Bauern die mit ihrer Landwirtschaft den Bezirk geprägt haben. Auf dem Gesellschaftsportrait Bild 7 ist im Hintergrund die Werbung des Pankower Maschinenbauers „Niles“ an der S-Bahnbrücke zu sehen.

750 Jahre Berlin und 220 Jahre Schönholz 1987 in Pankow, Berliner Straße

Womit wir in der jüngeren Vergangenheit angekommen sind. Ein riesiger Roboter rollt im Festumzug auf der Berliner Straße mit. Diese beeindruckende Kulisse steht für den Pankower Werkzeug und Maschinenbauer „Niles“ in der Hadlichstraße.

750 Jahre Berlin und 220 Jahre Schönholz 1987 in Pankow, Berliner Straße

Beim Betrachten der Bilder lässt sich erahnen, wie die Festumzüge im alten Pankow aussahen. Leider scheiterten alle Versuche, das Fliegenfest wiederzubeleben. So zieht es die Pankower alle Jahre wieder zum Fest an der Panke und eine Woche später zum Rosenthaler Herbstfest.

Autor: Christian Bormann, 01.02.2015
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 30.03.2016

Bilder: Privatarchiv Helmut Alber