Die Legende vom Pankower Fliegenfest

Zu den populärsten Stadtfesten im alten Berlin gehörten zweifelsohne die Innungsfeiern der Gewerke. Die Garnweber hatten ihr Flachsfest, die Seidenweber ihr Wurmfest, die Tuchmacher das Mottenfest, Kammmacher feierten ihr Läusefest und die Raschmacher waren bekannt für ihr Fliegenfest in Pankow. Der Legende nach trafen sich die Vorstandsmitglieder der „Gesellschaft für Zeug und Raschmacher“ 1842 bei Linder in Pankow.

Restaurant Linder Pankow

Bei einem großen Glas Weißbier berieten die Herren, wie sie ihr Fest wohl ausrichten und wie sie es nennen sollten. Auf den Rändern der Weißbiergläser saßen unzählige Fliegen, die vor jedem nächsten Schluck verscheucht werden mussten. So kamen die Herren aus einer Bierlaune heraus auf den Namen Fliegenfest, der sogleich allgemeine Zustimmung fand. Von den Berliner Innungsfeiern waren das Fliegenfest, das Mottenfest sowie der Stralauer Fischzug die am meisten besuchten. Einige Unstimmigkeiten weist das Fliegenfest bezüglich seiner Datierung auf, denn schon 1832 wird das Pankower Fliegenfest im „Taschenbuch Berlin“ von Ludwig Helling erwähnt. Es soll alljährlich im Juli oder August in Pankow gefeiert worden sein mit geschmückten Kutschen, prächtigen Kostümen und Fahnenschwenkern.  Die Innung der Raschmacher löste sich 1924 auf. Es gab einige Anläufe, das Fliegenfest neu zu beleben, bis heute jedoch ohne Erfolg.

Autor: Christian Bormann 03.08.2014
technische Leitung: Nadine Kreimeier
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 06.02.2016

Bild:
alte Pankower Postkarte

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